Grausam: Kind aus Eifersucht verbrüht

Das Grauen nimmt kein Ende. In Schwerin verhungerte die fünfjährige Lea-Sophie, in Greifswald wurde einem dreijährigen Jungen der Schädel eingeschlagen – und nun schon wieder ein Fall von Kindermisshandlung: Im Müritzkreis hat eine 19-Jährige einen kleinen Jungen mehrfach mit dem Kopf auf den Boden gestoßen und dann auch noch verbrüht.

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31. März 2008, 07:05 Uhr

Neubrandenburg - Es ist unvorstellbar: Eifersucht und die Überforderung einer 19-Jährigen bei der Betreuung der Kinder ihres Lebenspartners wurden einem dreijährigen Jungen in einem Dorf nahe Waren zum Verhängnis. Mehrfach schlug die junge Frau – selbst Mutter eines sechs Monate alten Babys – Ende Februar den Kopf des Jungen auf den Fußboden und verbrühte ihn später absichtlich mit heißen Wasser so sehr, dass er in einer Spezialklinik behandelt werden muss. Ihre grausame Tat versuchte die Frau dann auch noch als Unfall darzustellen. Jetzt erließ die Staatsanwaltschaft in Neubrandenburg Haftbefehl wegen schwerer Körperverletzung und Misshandlung Schutzbefohlener gegen die Frau.

Jugendamt wusste von Notsituation der Mutter

Die Verbrühungen des Kindes seien lebensbedrohlich, teilte die Staatsanwaltschaft in Neubrandenburg gestern mit. „Untersuchungen ergaben ein Verletzungsbild, dass den Verdacht der Misshandlung aufkommen ließ“, sagt Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler. Zudem seien ältere Kopfverletzungen festgestellt worden. Der Junge befinde sich noch in einem kritischen Zustand.

Die Frau lebt mit ihrem Baby bei ihrem 27-jährigen Freund. Dieser hat mit einer anderen Frau, von der er getrennt lebt, zwei Kinder. Der misshandelte Junge und seine fünfjährige Schwester waren zur Tatzeit bei ihrem Vater, er soll geschlafen haben.

Für die Kleinen hat das Leiden vorerst ein Ende. „Ich gehe davon aus, dass die Kinder nicht mehr in die Häuslichkeit zurückkehren werden“, sagte Oberstaatsanwalt Zeisler. Bereits Ende 2007 habe sich die Frau an das Jugendamt in Waren gewandt, weil sie mit der Erziehungssituation mit dem Baby überfordert gewesen sei, erklärte Siegfried Roloff, Vize-Landrat im Müritzkreis: „Das Jugendamt hat mit einer Familienhilfe reagiert, da eine Vernachlässigung des Kindes nicht sichtbar war.“ Roloff zufolge war dem Jugendamt aber nicht bekannt gewesen, dass die junge Frau noch zusätzlich die Kinder des Freundes betreute. „Die Tat war aus Sicht des Amtes nicht vorhersehbar, da sie gegen ein Mitglied einer anderen Familie gerichtet war“, so Roloff. Gegen die Mutter und den Vater des misshandelten Kindes wurde ebenfalls ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

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