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Ehrenabteilung des Lübzer Friedhofs : Granitkreuze statt Blechtafeln

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"Wir wollen noch rechtzeitig vor Ostern fertig werden", versprach Karl-Friedrich Haacker. Mit seinem Kollegen hat er in der Ehrenabteilung des Lübzer Friedhofs 31 Granitkreuze gesetzt.

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erstellt am 21.Apr.2011 | 11:53 Uhr

"Wir wollen noch rechtzeitig vor Ostern fertig werden", versprach Karl-Friedrich Haacker. Mit seinem Kollegen und Auszubildenden Alexander Langschwager hat er in der Ehrenabteilung des Lübzer Friedhofs 31 Granitkreuze gesetzt. Zuvor erinnerten lediglich einfache Blechtafeln an die Verstorbenen.


Die Ehrenabteilung würdevoll umgestaltet

"So konnte es nicht länger bleiben", war Veronika Erdmann vom Bürgeramt schon 2009 nach einer Begehung überzeugt. In Zusammenarbeit mit einer Projektbeauf tragten aus Kassel vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge entstand dann ein Konzept , "um die Grabstätten würdevoll umzugestalten". Das Projekt wurde nach seiner Ausschreibung an den Lübzer Steinmetzbetrieb von Erich Langschwager in der Kreiener Straße vergeben.

In den Auftrag eingebunden waren auch die beiden Tafeln, die das Friedhofsmahnmal für die Opfer des Faschismus zur Gedenkstätte ergänzen. Die Namen erinnern an die Menschen, deren Gräber über den Friedhof verstreut lagen und die danach in ein Zentralgrab umgebettet wurden.

Der Granit für die Grabkreuze kam als großer Block nach Lübz: " Er maß 3,30 auf 1,85 Meter", erinnerte sich Steinmetz Erich Langschwager. "Die einzelnen Kreuze haben wir daraus dann eigenhändig gefertigt."

Langschwagers Großvater hatte den Steinmetzbetrieb am Friedhof 1933 gegründet. Mit Sohn und Azubi Alexander steht nunmehr die vierte Handwerk-Generation startbereit.

Die Schicksale der Opfer machen betroffen

Betroffenheit löste bei dem jungen Mann die Liste der Verstorbenen aus. Kinder waren darunter, deutsche Zivilisten, die durch Kriegseinwirkung umgekommen oder Franzosen und Russen, die als Zwangsarbeiter im damaligen Deutschen Reich gestorben waren, versprengte Soldaten, die namenlos in den letzten Kriegstagen gefallen oder ehemalige Soldaten, die Jahre nach dem Krieg ihren Verletzungen erlegen waren - "alles Schicksale, die kein Mensch braucht".

Die Reihe der Granitkreuze wurde vom Gehweg sauber mit Kantensteinen abgesetzt. Die Fläche soll dann noch eingesät werden. Für das Projekt flossen gemäß Gräbergesetz Bundesmittel von rund 23000 Euro.

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