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Erste Konsequenz nach Todessturz : "Gorch Fock" erhält einen Übungsmast

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Nach dem Todessturz einer jungen Kadettin auf der "Gorch Fock" zieht die Marine nun aus der Affäre die erste sichtbare Konsequenz: Morgen setzt sie in der Marineschule Mürwik bei Flensburg erstmals einen Übungsmast.

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erstellt am 22.Apr.2012 | 08:53 Uhr

Rostock/Kiel | Fast ein Jahr ist es her, dass die "Gorch Fock" von ihrer schwersten Reise zurückkehrte, eine Fahrt, die vom tödlichen Unfall einer jungen Kadettin und Schikanevorwürfen überschattet wurde. Die Marine zieht nun aus der Affäre die erste sichtbare Konsequenz: Morgen setzt sie in der traditionsreichen Marineschule Mürwik bei Flensburg erstmals einen Übungsmast. Damit und mit anderen Maßnahmen soll die Ausbildung auf dem Segelschulschiff sicherer gemacht werden. Doch nicht nur der Ruf der "Gorch Fock" hat gelitten: Sie muss in Niedersachsen für mehr als 7,3 Millionen Euro repariert werden. Im September kehrt sie dann nach Kiel zurück.

28 Meter hoch ist der ockergelbe Übungsmast, ein kleiner Bruder des 45 Meter hohen Mastes auf dem Schiff. "Wichtig ist, dass die Kadetten erste Erfahrungen mit der Höhe bekommen", sagt der Presseoffizier der Marineschule, Tim Gabrys, selbst Ausbildungsleiter. Denn später auf dem Schiff wird es nach einer Vorbereitungszeit ernst: "Jeder Handgriff muss sitzen."

Aber erstmal muss die "Gorch Fock" wieder startklar sein. Im Herbst ging sie zu Routinearbeiten auf die Lindenau Werft in Kiel. Was bei der Generalüberholung 2010 noch nicht aufgefallen war, zeigte sich nun: Rost. Der Rumpf soll zwölf Millimeter dick sein, an einigen Stellen seien es aber nur noch sechs bis acht, sagte der Sprecher des Marineamts in Rostock, Gunnar Wolff: "Das, was man jetzt sieht, wurde vorher nicht erkannt."

Nun wird das Schiff in Bremerhaven repariert. Die Kosten belaufen sich nach Angaben Wolffs bereits auf 7,3 Millionen Euro, die Instandsetzung sei aber noch nicht abgeschlossen. Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, das für die Auftragsvergabe zuständig ist, wollte keine Zahlen nennen.

Anfang September kann die "Gorch Fock" nach Kiel zurückkehren. Die ersten Offiziersanwärter sollen Anfang 2013 wieder an Bord kommen. Wohin die Fahrt dann geht, ist offen. Die harte Ausbildung soll den Charakter formen - in Zukunft aber noch sicherer sein.

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