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Hoort: Bilder von Straßen und privaten Grundstücken : Google-Autos wieder unterwegs

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Die Verwunderung ist groß. "Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht, als dieses Google-Auto in unsere Straße einbog", sagte gestern Ingrid Buchholz aus Hoort gegenüber unserer Redaktion.

svz.de von
erstellt am 20.Apr.2011 | 11:59 Uhr

Die Verwunderung ist groß. "Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht, als dieses Google-Auto in unsere Straße einbog", sagte gestern Ingrid Buchholz aus Hoort (Kreis Ludwigslust) gegenüber unserer Redaktion. Das Fahrzeug mit dem merkwürdigen Kameramast auf dem Dach und der auffallenden Eigenwerbung an der Karosserie fuhr bis vor ihr Haus und kehrte wieder um. "Ich gehe davon aus, dass Google Aufnahmen von unserer Straße gemacht hat", ist sich Ingrid Buchholz sicher. In Schwerin wurden die Fahrzeuge ebenfalls gesichtet.

Mysteriös ist der Vorgang vor allem, weil Mecklenburg-Vorpommerns Datenschutzbeauftragte Reinhard Dankert erst am Donnerstag vergangener Woche verkündet hat, dass vorerst im Internet bei Google Street View keine Bilder aus dem Land veröffentlicht werden. Nach Angaben des Unternehmens würden ausschließlich Straßen und Häuser der 20 größten deutschen Städte über Street View im Internet abgebildet. Google halte sich jedoch bei veränderter Rechtslage andere Entscheidungen offen. Daten der Bürger, die einer Veröffentlichung ihrer Häuser oder Grundstücke außerhalb der 20 größten Städte widersprochen haben, sollen laut Dankert zügig gelöscht werden. Weitere Vorab-Widersprüche seien nicht mehr erforderlich.

Hatte Ingrid Buchholz folglich einen Geisterfahrer gesehen?

Bei Google Deutschland bestätigte man gegenüber unserer Redaktion, dass die Fahrzeuge von März bis Mai unter anderem auch in allen zwölf Landkreisen und fünf kreisfreien Städten Mecklenburg-Vorpommerns unterwegs sein werden. "Wir haben aber derzeit keine Pläne, neues Bildmaterial von deutschen Straßen in Street View zu veröffentlichen", sagte Sprecherin Lena Wagner. Die Kameraaufnahmen sollen zur Verbesserung des Kartenmaterials verwendet werden, welches unter anderem in den Diensten von Google Maps und Google Earth integriert wird.

Beispielsweise gehe es bei den Bildern um das Erkennen von Änderungen in der Straßenführung, um Hinweise auf Einbahnstraßen oder Namensänderungen. Mit diesen Informationen soll zudem die Routenberechnung verbessert werden. Die Technologie, die in den Autos verwendet wird, ist dieselbe wie für Street View.

"Google hat bestätigt, auf diesen Fahrten keine WLAN-Daten zu scannen", teilte Landesdatenschützer Dankert mit. Erkennbare Gesichter und Nummernschilder würden in den aufgenommenen Bildern automatisch verpixelt.

Street View ist mit seinen Panorama-Ansichten von Straßen in Deutschland umstritten. Im November ging der Dienst nach langen Verhandlungen zunächst für 20 große deutsche Städte online. Die Straßenansichten sind allerdings häufig unvollständig: Etwa 244 000 Haushalte beantragten, die Fassaden ihrer Wohnhäuser unkenntlich zu machen.

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