zur Navigation springen

Schweriner Bahnrad-Ass Stefan Nimke : Goldener Paukenschlag zum Schluss

vom

Überragend was Stefan Nimke am Sonnatg im Omnisport von Apeldoorn ablieferte. Der Schweriner raste zum Abschluss der Bahnrad-Weltmeisterschaft im 1000-Meter-Zeitfahren zu Gold.

svz.de von
erstellt am 27.Mär.2011 | 06:30 Uhr

Überragend was Stefan Nimke gestern im Omnisport von Apeldoorn ablieferte. Der Schweriner raste zum Abschluss der Bahnrad-Weltmeisterschaft im 1000-Meter-Zeitfahren zu Gold. Nach 2003 und 2009 war das für den 33-Jährigen der dritte Titel in seiner Paradedisziplin. „Wenn ich fahre, will ich auch eine Medaille“, hatte Nimke noch am Freitag gegenüber unserer Redaktion am Handy gesagt. „Aber dass es Gold wird“ Nach dem Teamsprint-Silber vom Mittwoch schraubte der Olympiasieger seine WM-Medaillenbilanz auf die stolze Ausbeute von 13 Mal Edelmetall (4 x Gold/ 1 x Silber/8 x Bronze). Der Schützling von Trainer Ronald Grimm fuhr in der Weltklassezeit von 1:00,666 Minuten zur WM-Krone und verwies Titelverteidiger Teun Mulder (Niederlande/1:01,179) und den Franzosen Francois Pervis (1:01,228) auf die Plätze. U23-Europameister Joachim Eilers aus Chemnitz belegte in 1:02,296 Minuten überraschend Platz fünf.

„Reisegeschwindigkeit“ so schnell wie möglich erreichen „Es kommt darauf an, die richtige Taktik zu wählen. Ich werde aber voll losfahren müssen, und versuchen die ganze Zeit durchzudrücken. Das wird auf alle Fälle schön weh tun“, hatte Nimke zuvor erklärt. Und es tat weh: Völlig entkräftet lag „Mr. Zuverlässig“ noch eine Viertelstunde nach seinem 1000-Meter-Coup auf dem Boden der deutschen Box und brachte kaum ein Wort über die Lippen. Schlüssel zum Erfolg war bei Nimke laut Bundestrainer Detlef Uibel eine „saustarke erste Runde“, was normalerweise das Manko von Nimke ist. „Ziel war es, so schnell wie möglich meine Reisegeschwindigkeit zu erreichen und die dann zu halten. Dass ich das gut kann, ist ja bekannt“, ergänzte der Familienvater. Doch noch in den Tagen vor seinem gestrigen Gold-Coup war er nicht ganz so glücklich mit der Bahn in Apeldoorn: „Sie rollt nicht so richtig weg. Wir Deutschen haben gerade in den Kurven ein bisschen Probleme.“

Alle Probleme waren gestern wie weggeblasen. Während der gebürtige Hagenower mit der fünftschnellsten Zeit anfuhr und so richtig in Fahrt kam, ließ seine Konkurrenz von Runde zu Runde nach. In der dritten Runde fuhr Nimke schon die schnellste Zeit, lag da schon auf Rang drei, drückte in der vierten Runde durch zum Sieg. Und das fasst auf der Ideallinie – sprich: hielt sich an der schwarzen Linie auf der Bahn. Das gelingt ihm auch nicht immer so optimal. Sein Kumpel Maximilian Levy aus Cottbus, mit dem er WM-Silber im Teamsprint gewann, meinte im Live-Kommentar auf Eurosport auch wohl eher scherzhaft: „Für seine Verhältnisse hat Stefan Nimke das ganz ordentlich gemacht.“
Je älter, desto besser, scheint das Motto des Top-Athleten vom Track Cycling Team Mecklenburg-Vorpommern zu lauten. Seit nunmehr 14 Jahren fährt Nimke in der Weltspitze. 1997 holte er seine erste WM-Medaille. Und die gestrige soll nicht seine letzte sein: „die 13. Medaille. Man sagt wohl eher die verflixte 13. Dann muss ich nächstes Jahr noch die 14. holen. Die Chancen im Teamsprint sind ja nicht die schlechtesten“, so Nimke, der natürlich unheimlich stolz auf seinen Coup war, aber auch auf die Silbermedaille im Teamsprint: „Das war meine erste silberne bei einer WM.“


Die Weltmeisterchaft im nächsten Frühjahr soll der letzte Schritt zu seinem ganz großen Ziel werden: „2012 will ich bei Olympia noch mal am Start stehen. Mein Traum wäre es, wie 2004 Gold im Teamsprint zu holen.“ Dass er starten wird, ist wohl unbestritten. Denn derzeit ist in Deutschland kein anderer Fahrer in Sicht, der ihm die Position drei streitig machen könnte. Sein Olympia-Medaillensatz ist allerdings schon längst komplett: Gold, Silber und zweimal Bronze von den Sommerspielen in Sydney 2000, Athen 2004 und Peking 2008 liegen bereits daheim. Neben dem Olympiasieg holte er noch im 1000-m-Zeitfahren in Sidney Silber und in Athen Bronze. Olymia-Dritter war er zudem in Peking im Teamsprint. 2008 war der Kilometer bereits aus dem Olympia-Programm gestrichen. Martina

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen