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Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin : GMD muss Taktstock niederlegen

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Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin trennt sich von Generalmusikdirektor Matthias Foremny, der zugleich Operndirektor ist. Sein Vertrag läuft zum 31. Juli 2012 aus und wird nicht verlängert.

Ein Paukenschlag vor dem großen Finale der Spielzeit: Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin trennt sich von Generalmusikdirektor Matthias Foremny, der zugleich Operndirektor ist. Sein Vertrag läuft zum 31. Juli 2012 aus und wird nicht verlängert.

Nach neun Jahren der künstlerischen Zusammenarbeit sei es am Theater durchaus üblich, sich umzuorientieren, so Generalintendant Joachim Kümmritz gegenüber unserer Redaktion. "Wir möchten für das Musiktheater in Schwerin mit der Spielzeit 2012/2013 neue Wege beschreiten."

Das bedeute, die Positionen des Generalmusikdirektors und des Operndirektors künftig wieder getrennt zu besetzen, erläuterte Kümmritz seine Entscheidung, die er im Vorfeld mit dem Aufsichtsrat und der Oberbürgermeisterin abgestimmt habe.

Der Posten des GMD werde nun ausgeschrieben. Nach einer Vorauswahl und dem Vordirigieren werde der Generalintendant dann gemeinsam mit den Orchestervorständen die für die künstlerische Zukunft des Theaters wichtige personelle Entscheidung treffen.

Kümmritz will auch wieder mehr Wert auf ein erweitertes, fest am Haus engagiertes Sängerensemble legen und weniger mit Gästen arbeiten. Beide Entscheidungen - Trennung der Positionen von GMD und Operndirektor sowie feste Solisten - würden das Theater nicht zusätzlich finanziell belasten. "Matthias Foremny danken wir für die erfolgreiche Zusammenarbeit und für sein Wirken hier in Schwerin", sagte Kümmritz weiter. Der GMD selbst war bisher für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Matthias Foremny ist seit 2003 am Staatstheater beschäftigt. Der gebürtige Münsteraner ist als regelmäßiger Gast auch dem Rundfunksinfonieorchester Berlin, dem SWR-Sinfonieorchester, dem MDR Sinfonieorchester und dem Finnish Radio Symphony Orchestra Helsinki verbunden. Mit diesen Orchestern arbeitet er neben der Konzerttätigkeit auch in Rundfunk- und CD-Produktionen zusammen. Konzerte führten ihn zur Staatskapelle Dresden, zum Deutschen Sinfonieorchester Berlin, zum WDR Rundfunksinfonieorchester, zu den Stuttgarter Philharmonikern und zu zahlreichen weiteren Orchestern in Deutschland und Europa. Seit 2004/2005 ist Matthias Foremny regelmäßig Gast an der Deutschen Oper Berlin. Im Rahmen der letzten China Tournee der Deutschen Oper dirigierte er Konzerte in Peking.

An der Oper Leipzig war er in der Spielzeit 2010/2011 mit Richard Wagners "Rienzi" und Carl Orffs "Carmina Burana" am Pult des Gewandhausorchesters zu erleben. 2010 debütierte er erfolgreich beim NDR-Sinfonieorchester. 2011/2012 wird er erstmalig bei den Warschauer Philharmonikern und beim Züricher Kammerorchester zu Gast sein.

Großer Beliebtheit erfreuten sich die Open-Air-MeckProms-Konzerte der Mecklenburgischen Staatskapelle, die Matthias Foremny konzipierte, leitete und mit Humor charmant moderierte.

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erstellt am 03.Jun.2011 | 07:46 Uhr

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