Gledson suspendiert

Ex-Kapitän und Abwehrchef Gledson steht bei Fußball-Zweitligist Hansa Rostock vor dem Aus. Der seit Wochen formschwache Innenverteidiger leistete sich gestern im Training zwei rüde Attacken gegen Mitspieler sowie eine Undiszipliniertheit gegenüber Trainer Dieter Eilts. Daraufhin wurde er gestern suspendiert.

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13. Dezember 2008, 06:33 Uhr

Bereits kurz vor dem Weihnachtsfest brennt bei Erstliga-Absteiger Hansa Rostock mächtig der Baum. Nach den zuletzt schwachen Leistungen und dem Abrutschen in den Tabellenkeller liegen bei vielen Akteuren die Nerven offensichtlich völlig blank. Gestern Vormittag sorgte der seit Wochen formschwache Gledson im Training für einen Eklat. Der ehemalige Kapitän sowie Aufstiegsheld von 2007 wurde gestern Abend von der Vereinsführung für die Partie gegen Wehen-Wiesbaden suspendiert. Er wird bis zum Ende der Hinrunde mit dem Regionalligateam des FCH trainieren.

Bülow: "Willst du mir die Beine brechen?"Im Übungsspiel streckte der Brasilianer zunächst mit dem Ellenbogen Simon Tüting nieder. Wenige Minuten später holte er Kai Bülow rüde von den Beinen. Dieser schrie anschließend nur: "Willst du mir die Beine brechen?" Im Nachhinein wollte der Mittelfeldspieler keinen Kommentar abgeben und spielte die Vorfälle herunter, meinte lediglich, dass so etwas zum Training dazugehöre. Allerdings erwies sich Gledson nicht als Teamplayer, entschuldigte sich sowohl bei Tüting als auch Bülow nicht für seine überharten Aktionen. Zudem ließ er gegenüber Trainer Dieter Eilts den nötigen Respekt vermissen. Als dieser den Innenverteidiger zu sich rief und mit ihm sprechen wollte, pflaumte jener nur: "Ist egal."

Der Rostocker Chefcoach ließ sich die Undiszipliniertheit des Südamerikaners nicht bieten, warf ihn um 11.04 Uhr vom Trainingsplatz. Gut zwanzig Minuten später, als der Rest der Truppe gerade die Übungseinheit beendet hatte, düste der Brasilianer bereits in seinem Audi vom Gelände der DKB-Arena. Als Gledson wenig später für einen PR-Termin zurückkam, war er sich keiner Schuld bewusst und erklärte schulterzuckend: "Mir geht es gut. Ich bin nicht der Trainer. Er hat entschieden."

Direkt nach der Einheit wollte Coach Dieter Eilts noch nicht über mögliche Folgen des Aussetzers sprechen. Da sagte er: "Gledson hat sich nicht so verhalten, wie ich es von jemandem erwarte, der in einer Mannschaft spielt. Ich kann das nicht akzeptieren. Gesunde Härte und Aggressivität sind in Ordnung. Aber solch ein Einsteigen ist einfach unprofessionell." Zum Kommentar des Abwehrspielers auf dem Übungsplatz meinte er nur: "Es war nicht die Reaktion, die ich erwartet habe." Auf einer Zusammenkunft der sportlichen Führung am frühen Abend kam es dann zu der Entscheidung, den Verteidiger bis zum Ende der Hinrunde zu suspendieren.

Gledson nur noch ein Schatten seiner selbstDie "Ehe" Hansa und Gledson scheint sich im zweiten Anlauf zu einem großen Reinfall zu entwickeln. Seit der Rückkehr vom VfB Stuttgart (Januar 2008) konnte der Abwehrmann nicht an seine starken Leistungen aus der Aufstiegssaison 2007 anknüpfen. Derzeit ist er nur noch ein Schatten seiner selbst. Auch bei den Anhängern hat der Südamerikaner mittlerweile fast jeglichen Kredit verspielt. In unserer Online-Umfrage "Hansa-Versager: Wer soll gehen?" stimmt fast ein Viertel der über 400 Teilnehmer für seinen Abschied.

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