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Parchim: Gesundheitsamt kontrolliert alle 54 Badestellen im Landkreis : Glasklare Transparenz für Wasserratten

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Schon früh ist Jentz, Hygieneinspektorin beim Landkreis, unterwegs. In der Tasche ein Messgerät für pH-Wert und Temperatur, Flaschen für Wasserproben, ein Tiefenlot, Kühltasche und Protokollvordrucke.

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erstellt am 15.Jul.2011 | 12:01 Uhr

Schon früh ist Sigrun Jentz, Hygieneinspektorin beim Landkreis, unterwegs. In der Tasche ein Messgerät für pH-Wert und Temperatur, Flaschen für Wasserproben, ein Tiefenlot, Kühltasche und jede Menge Protokollvordrucke. Es ist Außendiensttag, an dem Sigrun Jentz acht der ihr zugewiesenen 19 Bäder bzw. Badestellen im Landkreis abfährt. Jedes Mal schweift ihr Kennerblick erst übers Wasser, dann ins Wasser, nimmt sie Proben für die turnusmäßigen mikrobiologischen Untersuchungen auf E. coli und Intestinale Enterokokken. Beides sind in aller Regel harmlose Bakterien, die im Darm von Mensch und Tier vorkommen. Beides sind deshalb aber auch Indikatoren für fäkale Verunreinigungen des Wassers. Ist die Belastung zu hoch, muss eingeschritten werden.

Erste Station an diesem Morgen ist das Freibad am Wockersee. Die Hygiene inspektorin mag den Flecken. Gereinigt die Sanitäranlagen, gepflegt der Rasen, geharkt der Uferbereich. Was just an diesem Morgen nicht so schön ist, ist der schmale grünliche Streifen mit kleinen Schaumkronen am Ufer "Das sind Ma kroalgen mit aufgeschäumtem Eiweiß", erklärt Sigrun Jentz. "Sieht zwar nicht so schön aus, ist aber nicht gesundheitsschädigend." Vor Wochenfrist in Langenbrütz war die Situation eine ganz andere. Da hatte das Gesundheitsamt Blaualgenalarm auslösen und die Badestelle sperren müssen. "Blaualgen oder auch Cyanobakterien machen allergische Reaktionen", sagt Sigrun Jentz, " mit hohem Risiko für empfindliche Menschen. Wir mussten reagieren." Bezüglich Wockersee kann sie beruhigen: "Makroalgen sind aus hygienischer Sicht nur eine Frage der Optik. Wen das Grün also nicht stört, der kann hier weiterhin ohne Bedenken baden. Empfindlichen Menschen würde ich aber raten, nach dem Bad zu duschen. Wobei man das man im Grunde immer sollte." Dann misst Sigrun Jentz Sichttiefe, 20 Grad Wassertemperatur und einen pH-Wert, der deutlich unterm Grenzwert 9 liegt. "Soweit alles in Ordnung", freut sich die Inspekteurin, verstaut die Utensilien und ist schon wieder unterwegs. Die Pflicht ruft nach Garwitz, Klinken, an den Settiner See, später zum Ziegendorfer Kiessee, dann an den Blanksee und schließlich zum Treptowsee. Eine lange, aber wichtige Tour.

Schon vor Saisonbeginn hatten die Mitarbeiter des Parchimer Gesundheitsamtes eine Menge Hausaufgaben zu machen. Im vierten Jahr der EU-Badegewässerrichtlinie - sie ist Grundlage für die Badegewässerlandesverordnung - hatte erstmals auch M-V eine Badestellenkarte mit so genannten Badestellenprofilen anfertigen müssen. Pünktlich stand die und enthält heute auch alle 54 Bäder und Badestellen im Landkreis Parchim. Und damit erstmals einen transparenten Service für die Touristen wie Einheimische, die gesundheitlich auf Nummer sicher gehen wollen: Die Karte, die jederzeit über das Internetportal des Landkreises (www.kreis-pch.de) abzurufen ist, enthält Beschreibungen der Badegewässer, die Badewasserqualität, eine Gefährdungseinschätzung, aktuelle Nachrichten oder ggf. Warnungen. Die turnusmäßigen Messungen der Gesundheitsämter machen eine Aktualisierung durch das Lagus (Landesamt für Gesundheit) oder die Landkreise heute täglich möglich.

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