Gezwungen zum Handeln

Entlässt der Reisedienst Westprignitz Busfahrer im zweistelligen Bereich? Werden Busse verkauft? Die Gerüchteküche kocht. Geschäftsführer Frank Rüdiger-Gottschalk verweist auf veränderte Bedingungen in der Reisebranche, auf die das Unternehmen reagieren musste.

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30. September 2008, 11:04 Uhr

Weisen - Höhere Dieselpreise, verändertes Kundenverhalten, aber vor allem neue EU-Sozialvorschriften hätten Auswirkungen auf die Reisebusbranche. Der Reisedienst Westprignitz unterliege diesen Marktbedingungen.

„Wir haben auf die Veränderungen frühzeitig reagiert, indem wir Buskapazitäten reduziert, bestehende Kooperationen intensiv geprüft und uns von einigen Auftraggebern getrennt haben“, sagt Frank Rüdiger-Gottschalk. Dadurch sei es gelungen, die Auslastung der bestehenden Flotte zu verbesser. Aus Gottschalks Sicht ein sehr wichtiges Kriterium.

Problematisch sei auch die seit Mitte vorigen Jahres bestehende EU-Regelung zu den Lenk- und Ruhezeiten: „Wir müssen den Kollegen mehr freie Tage einräumen, das heißt, wir brauchen in der Hauptsaison mehr Leute, die weniger arbeiten dürfen“, erklärt der Geschäftsführer. In der Nachsaison fehle die Arbeit für die vielen Mitarbeiter. „Es ist eine absurde Situation, die die EU-Kommission auf Druck der internationalen Gewerkschaften geschaffen hat. Vielen Fahrern gefällt das auch nicht“, meint Rüdiger-Gottschalk und er sehe sich gezwungen, mit personellen Entscheidungen darauf zu reagieren.

„Saisonbedingt verlassen Ende Oktober einige Kollegen das Unternehmen. In der Regel sind sie im Frühjahr wieder dabei. Das haben wir bereits viele Jahre so geregelt“, betont er. Von Entlassungen in Größenordnungen könne also keine Rede sein, tritt Rüdiger-Gottschalk anders lautenden Gerüchten entgegen.

Für ihn sei das nichts anderes, als sein Unternehmen in dem veränderten Markt zu stärken. „Damit kann es uns gelingen, noch viele Jahre Mobilität und Spaß im ÖPNV und im Reiseverkehr zu bieten.“

Verhandlungen mit der Verkehrsgesellschaft
Derzeit befinde sich der Reisedienst Westprignitz in Verhandlungen mit der Verkehrsgesellschaft Prignitz, die die Konzessionen auf Buslinien für einen weiteren Jahreszeitraum von acht Jahren bekommen hat. Die Absicherung des ÖPNV sei in keinerlei Hinsicht gefährdet, bekräftigt Frank-Rüdiger Gottschalk.

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