Studie: Die meisten Menschen in MV fühlen sich gesund : Gesundheit ist das höchste Gut

Das sorgt für Wohlbefinden: Gesundheit und Geselligkeit bis ins hohe Alter.Caro
Das sorgt für Wohlbefinden: Gesundheit und Geselligkeit bis ins hohe Alter.Caro

So ist es häufig zu hören: "Alles Gute zum Geburtstag, vor allem Gesundheit..." Gesundheit ist für die meisten das höchste Gut, Voraussetzung für alle anderen Aspekte des Glücklichseins.

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11. November 2010, 11:46 Uhr

Frische Seeluft, viel Natur und öfter mal ein leichtes Fischgericht - Mecklenburg-Vorpommern wirbt für sich als Gesundheitsland. Und davon profitieren nicht nur die Urlauber, die Jahr für Jahr an die Ostseeküste und die Seenplatte strömen. Tatsächlich fühlt sich auch die große Mehrheit der Einwohner gesund. Das belegt eine Studie der Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen. Demnach schätzen 85 Prozent der Befragten in Mecklenburg-Vorpommern ihren Gesundheitszustand als sehr gut bis gut ein. Und damit liegen die Mecklenburger und Vorpommern voll im Bundestrend. Bis auf die Berliner, die mit 75 Prozent den anderen Bundesländer etwas hinterherhinken, fühlen sich die meisten Menschen wohl in ihrer Haut.

Bildung hat einen positiven Einfluss

Die Forsa hat im Auftrag der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) bundesweit 3015 Männer und Frauen befragt, davon 200 in MV. Dabei zeichnete sich - wenig verwunderlich - auch ab, dass jüngere Menschen ihren Gesundheitszustand besser einstufen als ältere. Laut den Ergebnissen der Studie scheint sich sogar die Schulbildung positiv auf das Wohlbefinden auszuwirken. So schätzen wesentlich mehr Männer und Frauen mit Abitur ihren Gesundheitszustand als sehr gut oder gut ein (90 Prozent), als Befragte mit Hauptschulabschluss (67 Prozent) oder mittlerer Reife (83 Prozent). So weit die Selbstdiagnose.

Für Gerd Reinartz, Sprecher der DAK, ist dies ein positives Zeichen. "In Mecklenburg-Vorpommern findet ein Umdenken statt: Die Menschen achten beispielsweise zunehmend auf eine gesunde Ernährung." Ziel der Befragung war es aber vor allem herauszufinden, wovor sich die Deutschen fürchten, welche Krankheiten ihnen am meisten Angst einjagen. "Im Prinzip wussten wir bisher nicht, wovor sich die Menschen im Hinblick auf ihre Gesundheit fürchten", sagt Reinartz. Und in diesem Punkt sind sich die Deutschen einig: Die meisten Menschen, nämlich 73 Prozent, haben Angst vor Krebs.

In MV sind es sogar 77 Prozent, die angegeben haben, sich vor Tumorerkrankungen zu fürchten. Tatsächlich waren es 2009 etwa 27 Prozent der Todesfälle im Land, deren Ursache eine Krebserkrankung war. "Das Risiko einer Herz-Kreislauferkrankung ist jedoch viel höher", gibt Reinartz zu Bedenken. Denn statistisch ist dies die häufigste Todesursache sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch bundesweit. Im vergangenen Jahr waren 42,2 Prozent aller 18 342 Todesfälle im Land darauf zurückzuführen. Allerdings haben in MV nur 43 Prozent der Befragten angegeben, dass sie sich vor einem Herzinfarkt fürchten. "Die Menschen wissen inzwischen, dass sie mit Vorsorgeuntersuchungen, gesunder Ernährung und Bewegung der Erkrankung vorbeugen können", erklärt Reinartz. Bei den Krebs erkrankungen sei dieses Bewusstsein nicht so ausgeprägt.

Während im Bundesdurchschnitt die Angst vor schweren Unfällen an zweiter Stelle der Gesundheitsängste steht, folgt für die Mecklenburger und Vorpommern die Angst vor Alzheimer oder Demenz. Damit verbunden ist die Angst, zum Pflegefall zu werden. Eine Langzeitstudie der Gesellschaft für Konsumforschung ergab, dass sich 69 Prozent der Menschen in MV davor fürchten, pflegebedürftig zu werden. 44 Prozent beunruhigt die Vorstellung, im Alter zu vereinsamen. In keinem anderen Bundesland ist die Angst vor Pflegebedürftigkeit so groß.

Entspannungsübungen und regelmäßig Sport

Trotz aller Angst: Laut der Studie gehen nur 61 Prozent der Befragten in MV zu einer Vorsorgeuntersuchung für Krebs. Nach den gesetzlichen Bestimmungen können Frauen ab 20 Jahren jährlich eine kostenlose Krebsfrüherkennung in Anspruch nehmen. Untersucht werden dabei die Genitalorgane. Ab 30 Jahren sollten Frauen auch die Brust untersuchen lassen. Männer ab 45 Jahren sollten jährlich den Enddarm, die Prostata und ihre Geschlechtsorgane untersuchen lassen. Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse der Studie wolle die DAK erreichen, dass mehr Menschen eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen, erklärt Reinartz. "Wir wollen die Diskussion zum Thema fördern", führt Reinartz aus.

Um sich gesund zu halten, ist die Mehrheit der Befragten sportlich aktiv. Die meisten achten auf ihre Ernährung, trinken wenig Alkohol und verzichten aufs Rauchen. Dabei sind die Frauen immer ein bisschen disziplinierter als die Männer, außer in puncto Sport - hier liegen sie gleichauf. In MV gaben 85 Prozent der Befragten an, regelmäßig Sport zu treiben. 81 Prozent schränken sich beim Alkoholkonsum ein, 79 Prozent achten darüber hinaus auch auf eine gesunde Ernährung. 75 Prozent der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern suchen außerdem geistige Herausforderungen, um sich fit zu halten. Mit 65 Prozent der Befragten, die aufs Rauchen verzichten, lag MV leicht hinter dem Bundesdurchschnitt. Übrigens: 30 Prozent der befragten Mecklenburger und Vorpommern machen Entspannungs übungen.

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