Ratgeber : Gesund ernähren ohne Diätprodukte

Tägliche Kontrolle: Diabetiker müssen ihre Blutzuckerwerte und die gespritzten Insulinrationen im Blick zu behalten.AOK/dpa
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Tägliche Kontrolle: Diabetiker müssen ihre Blutzuckerwerte und die gespritzten Insulinrationen im Blick zu behalten.AOK/dpa

Am Sonntag ist Welt-Diabetes-Tag. Aus diesem Anlass beantworteten Dr.Zimny, und Diabetesberaterin Schwabe beim Lesertelefon Extra die Fragen von Betroffenen und Angehörigen.

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12. November 2010, 11:48 Uhr

Eine Auswahl von Fragen und Antworten haben wir im Folgenden zusammengestellt.

Welche Kohlenhydrate muss ich mit Insulin ausgleichen?

Das betrifft Lebensmittel, die Stärke und Zucker enthalten, also Brot, Kartoffeln, Obst sowie alle Milchprodukte, die man gießen kann. Quark, Käse und Frischkäse müssen nicht berechnet werden.

Ich habe Diabetes und spritze Insulin. Darf ich Alkohol trinken?

Insulin und Alkohol sind keine gute Kombination. Dadurch können starke Unterzuckerungen hervorgerufen werden. Wenn man Alkohol trinken will, sollte man das nach Möglichkeit zu den Mahlzeiten und nicht spät am Abend tun. Mehr als zwei normale Gläser Bier sollten es aber in keinem Fall sein. Für Patienten, die nur die blutzuckersen kenden Tabletten einnehmen, gilt das Gleiche.

Wie hoch darf mein Blutzuckerwert sein, wenn ich schon älter bin?

Im Alter muss man generell Unterzucker vermeiden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie nicht zu niedrig eingestellt sind. Der Nüchtern-Blutzuckerwert, morgens gemessen, sollte bei 6 bis 7 mmol/Liter liegen.

Sind Spätkomplikationen im Zusammenhang mit der Diabetes-Erkrankung zu befürchten?

Ja, vor allem Erkrankungen der Herzkranzgefäße, also Herzinfarkt oder Schlaganfall, sowie der kleinen Blutgefäße, die Augen, Nieren und Nerven versorgen.

Ich habe Typ-2-Diabetes. Auf welche Erkrankungen muss ich noch achten?

Typ-2-Diabetes ist sehr häufig verbunden mit Bluthochdruck, mit Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht sowie Fettsucht. Ziel der Therapie ist eine effektive Mitbehandlung der Begleiterkrankungen. So sollte zum Beispiel der Blutdruck 130/85 nicht übersteigen. Weitere wichtige Aspekte sind eine Gewichtsreduktion sowie die Bekämpfung der erhöhten Fettwerte.

Ich habe seit zehn Jahren Typ-2-Diabetes. Mein HbA1c ist 9 %. Muss ich Insulin spritzen?

Ja, um Spätschäden zu vermeiden. Der normale Wert liegt bei 5,5 bis 6,5 %. Steigt er über 6,5 %, muss man mit der Einnahme von Medikamenten beginnen. Steigt der Wert dennoch weiter an, muss die Behandlung intensiviert werden, zum Beispiel durch eine zusätzliche Insulintherapie.

Wie sollte ich mich als Diabetiker gesund ernähren?

Sie sollten drei Hauptmahlzeiten zu sich nehmen und gegebenenfalls zwei Zwischenmahlzeiten, die aber nicht unbedingt erforderlich sind. Zu den Hauptmahlzeiten sollten sie viele Vollkornprodukte, magere Wurst (Corned Beef, Geflügelwurst) und mageres Fleisch (Rindfleisch, Geflügel, Lamm) essen. Zur gesunden Ernährung gehören außerdem fünfmal Obst und Gemüse am Tag sowie anderthalb bis zwei Liter Wasser. Zweimal in der Woche sollte Fisch auf ihrem Speiseplan stehen, bevorzugt Meeresfisch wie Hering oder Seelachs. Die enthalten viel Omega-3-Fettsäuren, die sich positiv auf den Fettstoffwechsel auswirken.

Muss ich Diätprodukte essen?

Nein. Diätprodukte werde heutzutage nicht mehr empfohlen. Die meisten enthalten Zuckeraustauschstoffe, die abführende Wirkung haben und Bauchschmerzen und Durchfall verursachen. Wenn man Süßigkeiten essen möchte, sollte man das in Maßen tun.

Ist Diätschokolade für mich besser als normale Schokolade?

Beim Zuckergehalt gibt es keinen großen Unterschied. Wenn Sie Schokolade essen wollen, ist es ratsam, Schokolade mit hohem Kakaoanteil von 75 oder 85 Prozent auszuwählen.

Was steckt hinter der Zuckerkrankheit?

Der Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels gekennzeichnet ist. Dabei unterscheidet man zwei Formen: Der Typ-1-Diabetes beginnt meist in der Jugend und hat seine Ursache in einer Zerstörung der Insulin-produzierenden Zellen. Der Typ-2-Diabetes betrifft inzwischen überwiegend Erwachsene und stark übergewichtige Jugendliche.

Welche Ursachen hat der Typ-2-Diabetes?

Der Typ-2-Diabetes zählt als Zivilisationskrankheit, die beispielsweise durch ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel mitbestimmt ist. Der Diabetes beginnt schleichend und beruht auf einer zunehmenden Unempfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin.

Welches sind typische Symptome der Erkrankung?

Das sind vor allem starker Durst, vermehrtes Wasserlassen, Heißhunger, Juckreiz, Abgeschlagenheit und Infektanfälligkeit. Durch extrem hohe oder extrem niedrige Blutzuckerspiegel kann es auch zu lebensbedrohlichen Situationen mit Bewusstlosigkeit kommen. Vor allem beim unbehandelten Typ-1-Diabetes sind die Beschwerden stark ausgeprägt; der Typ-2-Diabetes kann dagegen lange Zeit unbemerkt bleiben und erst durch einen Zufallsbefund oder Spätschäden in Erscheinung treten, da in der Frühphase keine Symptome auftreten.

Wann sollte ich mich auf Typ-2-Diabetes hin untersuchen lassen?

Ab einem Alter von 50 Jahren sollte man regelmäßig nüchtern eine Blutzuckerkontrolle oder einen Blutzucker-Belastungstest machen lassen. Wenn man jünger ist, aber eine familiäre Belastung oder Übergewicht hat oder adipös ist, sollte auf jeden Fall auch ein Zuckerbelastungstest durchgeführt werden, um rechtzeitig den Diabetes zu erkennen.

Ist Diabetes heilbar?

Im Sinne eines völligen Verschwindens der Erkrankung ist Diabetes nicht heilbar. Mit einer guten Blutzuckerkontrolle kann jedoch ein weitgehend beschwerdefreies und normales Leben geführt werden. Ziel ist ein HbA1c-Wert um 6,5 %. Bei über 70-Jährigen darf er auch um 7 % liegen.

Ich habe seit acht Jahren einen Diabetes mellitus 2 und werde mit Tabletten behandelt. Der HbA1c ist 8,6%, die Blutzuckerwerte sind deutlich erhöht. Was soll ich tun?

Der HbA1c zeigt eine schlechte Stoffwechselkontrolle an. Zusätzlich ist eine Erschöpfung der Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zu vermuten. Lassen Sie sich dringend von einem Diabetesspezialisten beraten, welche medizinische Versorgung Sie benötigen.

Sollte man an einer Angehörigenschulung teilnehmen?

Gerade bei älteren Patienten mit Diabetes mellitus ist eine Einbeziehung der Angehörigen in das Diabetesmanagement, auch mittels Schulungen, ein zentraler Bestandteil. Diabetesberater verfügen daher über ein breites Spektrum an Schulungsthemen.

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