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Gruppe Grabow/Neustadt-Glewe der Briefmarkensammler VPS : Gesucht, gefunden, gesammelt

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Für die meisten sind sie nur zweckmäßig, um Post zu frankieren. "Für mich ist eine Briefmarke jedoch ein kleines Stück Papier mit großer Aussagekraft", sagt Eberhard Partzsch.

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erstellt am 06.Apr.2011 | 11:33 Uhr

Für die meisten sind sie nur zweckmäßig, um Post zu frankieren und diese auf die Reise zu schicken. "Für mich ist eine Briefmarke jedoch ein kleines Stück Papier mit großer Aussagekraft", sagt Eberhard Partzsch. Der Vorsitzende der Gruppe Grabow/Neustadt-Glewe der Briefmarkensammler VPS von 1894 Hamburg hat viele von diesen kleinen Stücken Papier mit Aussagekraft. Partzsch schätzt, dass es über eine Million sind.

Es war ein Geschenk, ein Schuhkarton voller Briefmarken, den Eberhard Partzsch mit 13 Jahren in den Händen hielt. Hübsch anzusehen waren sie, diese kleinen, zackigen Briefmarken mit Köpfen, Tieren, Blumen oder Landschaften auf der Vorderseite. Aus einem vollen Karton wurden schnell zwei, zum ersten Album gesellten sich bald weitere. "Mich hatte die Sammelleidenschaft gepackt", sagt Eberhard Partzsch - und sie hat ihn bis heute nicht losgelassen.

Gastronom Eberhard Partzsch sitzt im Vereinslokal der Briefmarkensammler und seiner Gaststätte "Zum stolzen Siedler" und blättert sich durch die dünnen Seiten eines dicken Briefmarken-Spezial-Katalogs. "Hier steht alles drin, was ich wissen muss", sagt der 68-Jährige. In dem Katalog sind Briefmarken aus der DDR, Berlin-West und der Bundesrepublik abgelichtet, beschrieben und bewertet. Deutsche Briefmarken, das ist ein Spezialgebiet des Philatelisten. Lupe und Pinzette gehören zu seinen Utensilien, um die Postwertzeichen zu erforschen. Briefmarkensammeln, sagt Partzsch, das sei eine Wissenschaft für sich. "Briefmarkensammeln", fügt er hinzu, "das ist lehrreich". Wer ist die Person auf der Marke? Was ist das für ein Gebäude? Und aus welcher Zeit stammt die Marke? Der Briefmarkenfreund geht den Geschichten auf den Grund, und verfolgt mittels Abgangsstempel und Ankunftsstempel die Reise einer Marke. Postfrisch oder abgestempelt, Ersttagsbrief oder Fehldrucke - Partzsch sammelt viele Arten von Marken. Und Feinheiten gibt es dabei zur Genüge.

DDR-Präsident Wilhelm Pieck gab es schon für fünf Pfennig zu haben. Für zwölf und 24 Pfennig auch. Pieck ließ sich auch für eine, zwei und fünf Mark auf die Reise schicken, denn 1950 kam eine Briefmarkenserie mit dem Konterfei des Politikers heraus. Doch Pieck ist nicht gleich Pieck. Es gibt ihn mit Wasserzeichen wie Kreuzblütler oder DDR-Posthorn waagerecht und senkrecht. Es gibt ihn auf verschiedenen Papiersorten und es gibt ihn in Dunkelsmaragdgrün oder in normalem Grün. Zwischen 1950 und 1960 wurden so rund 60 verschiedene Marken gedruckt, die sich ähnlich sehen und doch so verschieden sind. Und was sind diese Marken heute so wert? "Das ist unterschiedlich", sagt Eberhard Partzsch. Laut Katalog gibt es einen Pieck mit 5-Mark-Dotierung auf einem Ersttagsbrief mit Stempel vom 3.1.1951. "Dieser ist 2000 Euro wert", weiß der Kenner. Doch das könne sich ändern, denn Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Je mehr Jäger und Sammler, desto wertvoller die Marke. Partzsch ist auch ein Jäger und Sammler. Sein wertvollster Pieck ist schwarzblau, eine 5-DM-Marke von 1951. Heute wird sie mit 140 Euro gehandelt.

Wie viel Geld der Sammler aus Neustadt-Glewe schon in seine Sammlung gesteckt hat, das, so sagt er, wisse er nicht. Wie wertvoll seine Sammlung ist, das könne er ebenfalls nicht sagen. Was er aber sagen kann, ist, dass er schon in arge Not geraten müsse, um diese zu verkaufen. Partzsch ist auch nach über 56 Jahren immer noch auf der Jagd nach Marken, nach diesen kleinen Stücken Papier mit großer Aussagekraft.

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