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Fünf-Millionen-Projekt soll bis Mai 2013 fertig sein : Gestern Brückenschlag bei Plaaz

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Bis Mai 2013 müssen sich Plaazer und Autofahrer gedulden, bis die neue Bahn-Querung fertig ist. Insgesamt kostet das Vorhaben des Landes Mecklenburg-Vorpommern fünf Millionen Euro. Gestern erfolgte der Brückenschlag.

svz.de von
erstellt am 18.Okt.2012 | 10:45 Uhr

Pünktlich 14 Uhr gestern an der Brückenbaustelle in Plaaz. Der 250-Tonnen-Mobilkran ist zugbereit, wie es im Fachjargon heißt. Die Tieflader mit je zwei Brückenträgern stehen bereit. Zahlreiche Monteure sind im Einsatz. Bereits in der Nacht wurden die ersten vier Brückenträger von je knapp 20 Tonnen aufgelegt und montiert. Und zwar über dem Gleis, das derzeit befahren wird. Von 23.15 Uhr bis 4.30 Uhr war die Sperrpause für die Bahn angesetzt. "Das hat alles gut geklappt. Wir haben unser Zeitfenster eingehalten", lässt Bauleiter Felix Haack wissen. Der Brückenschlag soll in den nächsten Stunden erfolgen. Das Auflegen der vier weiteren Träger kann am Tage erfolgen, weil der Bahnverkehr zwischen Berlin und Rostock derzeit mit Bussen abgedeckt wird.

Kurz vor 15 Uhr: Die Zufahrt für die Tieflader muss nochmals geebnet werden. Also fährt ein Laster eine Fuhre Kies an. Von Bagger und Walze wird der Weg geglättet. 15.20 Uhr rollt der erste Tieflader an. Mit Hilfe des Krans werden die ersten beiden Träger abgeladen. Für die Sicherheit beim Transport waren immer zwei zusammen justiert. Diese Passstücke müssen nun getrennt und Kippaussteifungen montiert werden.

Heinz Layher aus Pölchow kommt mit seinem Fahrrad vorbei und schaut interessiert zu. "Ich komme immer zwei Mal pro Woche mindestens mit dem Rad vorbei. Auch gestern habe ich beobachtet, wie sie den Kran aufbauten", berichtet der 72-Jährige.

15.45 Uhr: Der zweite Tieflader rollt heran und auch die beiden Träger werden entsprechend vormontiert. Aufgelegt werden kann, wegen der Kranbelastung, jeder Träger nur einzeln.

17 Uhr ist es so weit. Der nördlichste Träger wird mit einem Führungsseil und Kran angehoben und langsam an seine Position geführt. Genau zwischen den Zapfen auf dem Stahl muss er eingepasst werden. Schon 15 Minuten später liegt er genau dort, wo er soll. Auf der einer Seite des Bauwerks wird er sofort justiert, dann auf der gegenüber liegenden. Einer nach dem anderen der drei weiteren Träger folgt. Routiniert arbeiten die Monteure, die Zeit drückt. Bis 20.50 Uhr muss alles fertig sein. Denn dann wird durch die Oberleitung der Bahn wieder Strom fließen.

Eine Woche lang wird jetzt benötigt, die Träger noch auszurichten und auf dem Mittelpfeiler zu verschweißen. Darauf werden zehn Zentimeter dicke Betonfertigteilplatten aufgelegt, die genau eine Aussparung für die zahlreichen Kopfbolzendübel haben, was für den Verbund der Stahlträger mit den Betonplatten sorgen soll. Auf die Platten wird schließlich noch eine 20 Zentimeter dicke Stahlbetondecke aufgebracht. Bereits gestern wurden schon Verschalungen für die Endquerträger gefertigt, die ebenfalls für die Mittelquerträger folgen werden.

Im Mai war die nur noch provosorische Brücke abgerissen worden, im Mai nächsten Jahres soll die neue fertig sein. Insgesamt kostet das Vorhaben des Landes Mecklenburg-Vorpommern, für das das Straßenbauamt Güstrow die Regie führt, fünf Millionen Euro. "Wir sind gut im Zeitplan", sagte gestern Ronald Normann, Leiter des Straßenbauamtes Güstrow. Im nächsten Frühjahr rechnet er mit den Asphaltarbeiten und einer fristgemäßen Fertigstellung.

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