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Hundetrainerin Djamila Schreiber aus Kossebade : Gesellschaftsfähig auf vier Pfoten

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"Stellen Sie sich vor, Sie wären der Mittelpunkt im Leben Ihres Hundes und wichtiger als Ablenkungen." Hundebesitzer sollten jetzt wissen, was Hundetrainerin Djamila Schreiber meint.

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erstellt am 21.Jun.2011 | 10:31 Uhr

"Stellen Sie sich vor, Sie wären der Mittelpunkt im Leben Ihres Hundes und wichtiger als alle anderen Ablenkungen." Hundebesitzer sollten jetzt wissen, was Hundetrainerin Djamila Schreiber meint. Es geht um die Bindung zwischen Mensch und Hund, die auf Achtung einerseits, Regeln und Grenzen andererseits basiert. Tut sie es nicht, gibt es Probleme.

Die Kossebaderin, die den sicheren Job als Leiterin einer Parchimer Drogeriefiliale aufgab, um eine Trainerausbildung und sich mit der eigenen mobilen Hundeschule privat zu machen, weiß wovon sie redet. Seit knapp vier Jahren macht sie diesen Job, der für sie ein Traumjob ist. In dieser Zeit hat sie schon die unterschiedlichsten Hunde und Hundebesitzer kennen gelernt. "Viele Leute, und ich meine wirklich viele, schaffen sich einen Hund an. Sie lieben ihn und verwöhnen ihn, machen alles für das Tier, gehen eine Stunde am Tag mit ihm raus und wundern sich dann, wenn er die Wohnung auseinander nimmt." Bellen, beißen, an der Leine ziehen, knurren, Radfahrer jagen - endlos ließe sich fortführen, was Hundehalter nervt, was abzustellen sie womöglich aber nicht die richtigen Methoden kennen oder die falschen anwenden.

Hunde, das ist für die Hundetrainerin wichtigste Grundregel richtiger Hundehaltung, brauchen Bewegung. "Je nach Rasse, Charakter und Alter müssen die Tiere physisch ausgelastet sein, sie müssen ihre Energie abbauen können", sagt Djamila Schreiber. Zweite Regel, die der ersten in nichts nachstehe, sei Erziehung. Die fange beim Welpen an, wenn der acht Wochen ist. "Ein Hund muss gesellschaftsfähig sein, was auch heißt, dass er sich in der Stadt bewegen kann, im Auto mitfährt, dass er auch mal für einige Stunden allein bleibt. Dies alles lernt er nur, wenn er Grenzen erfährt, Regeln akzeptiert, Vertrauen in sein Herrchen hat."

Wenn Mensch-Hund-Beziehungen nicht funktionieren, liege das in aller Regel nicht am Hund. Zumindest nicht allein. Deshalb trainiert Djamila Schreiber in Fünf-, Zehn- oder auch 20-Stunden-Kursen bzw. in der Gruppe nicht nur den Hund, sondern schult auch das Herrchen. Entsprechende Anfragen hat Djamila Schreiber viele. Nicht immer nimmt sie sie an. "In meinem Job muss ich mich auch auf den Menschen einlassen, was nicht immer lustig und schön, oft aber sehr emotional ist. Bei manchen lehne ich nach dem Erstgespräch ab, weil ich weiß, es wird nicht funktionieren."

Wenn die Kossebaderin trainiert, arbeitet sie vor Ort, "weil Probleme nur da gelöst werden können, wo sie entstehen". Und sie arbeitet nach der Chiemgauer Methode: Bei Anwendung verschiedener Techniken verzichtet die komplett auf Motivation, Unterordnung, Arbeit mit Futter und funktioniert stattdessen auf der Rangordnungsbasis. "Wenn Sie Ihren Hund beobachten", erklärt sie, "werden Sie schnell feststellen, dass er in fast allen seinen Handlungen konsequent ist." Konsequent zu sein, bedeute, unbeirrbar, fest entschlossen. Konsequenz habe dabei nichts mit Härte oder Strenge zu tun. Konsequent sein heißt, Regeln aufzustellen, an die sich gehalten werden muss. "Für den Hund ist Konsequenz kein Problem - er lebt sie einfach", sagt die Hundetrainerin. "Für uns Menschen hingegen ist Konsequenz eine Aufgabe, die uns manchmal schwer fällt. Denn wir leben in Demokratie und der Hund in Hierarchie. Und genau das ist lebensnotwendig für ihn."

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