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Geschnappt: Brummi voll mit Diebesgut

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erstellt am 26.Mai.2010 | 08:44 Uhr

Stolpe | Unerwarteter Fahndungserfolg auf der A 24: Beamte der Autobahnpolizei stoppten am Dienstagabend einen gestohlenen Lkw aus Hamburg. Beim Blick auf die Ladefläche staunten sie nicht schlecht. Profi-Kettensägen und Bohrmaschinen stapelten sich - Diebesbeute im Wert von 150 000 Euro aus dem Einbruch in eine Maschinenbauhandelsfirma in Hamburg, wie sich gestern herausstellte.

Die Stolper Beamten hatten am Dienstagabend den Hinweis erhalten, dass ein gestohlener Lkw auf der A 24 in Richtung Berlin zwischen Zarrentin und Wittenburg unterwegs sei. Das wussten die Fahnder, weil der betagte, 30 Jahre alte Laster bereits mit moderner GPS-Technik ausgerüstet ist. Polizeihauptkommissar Dietmar Vorbeck, Leiter des Autobahnpolizeireviers Stolpe, schildert die Taktik: "Wir schickten zwei Streifenwagen los, einer postierte sich nahe der Baustelle zwischen Dreieck Schwerin und Abfahrt Neustadt-Glewe, der andere nahm die Verfolgung auf." Kurz vor der Raststätte Stolpe zwangen die Streifenwagenbesatzungen den Lkw auf den Standstreifen und bremsten ihn aus.

Doch statt sich ihrem Schicksal zu fügen, sprangen Fahrer (32) und Beifahrer (19) aus der Kabine und flüchteten. Zuvor legte der Fahrer noch den Gang ein, der Brummi rollte im Leerlauf weiter. "Beherzt sprang ein Beamter ins Fahrerhaus und konnte das Fahrzeug stoppen. Wer weiß, was sonst noch hätte passieren können", meinte Vorbeck.

Den Fahrer schnappten die Polizisten noch vor Ort. Auch der Beifahrer kam nicht weit. Er fiel den Autobahnpolizisten mit seinen von der Flucht durch Ackergräben nassen Hosen auf dem Rastplatz auf.
"Am Dienstag stellten wir den Einbruch in unser Ausstellungsgebäude fest", erzählt Peter Stehr von der Firma Dubick & Stehr, die in Schwerin eine Niederlassung betreibt. Nach seinen Worten handelt es sich um hochwertiges Elektrowerkzeug für den rein professionellen Bereich. Mehr als 450 Bohrmaschinen, Bohrhämmer, Schleifer und dergleichen sind darunter.

Die Kriminalpolizei Parchim hat den Fall mittlerweile übernommen und die beiden aus Polen stammenden Täter vernommen. "Wir haben eine Einsatzgruppe gebildet", erzählt ein Kripo-Mann. Derzeit gehen die Beamten davon aus, dass es sich um eine Gruppe handeln müsse, da ein weiteres Fahrzeug vom Hof der Firma in Hamburg gestohlen wurde. Dieses fand sich am gestrigen Mittwochvormittag in der Hansestadt wieder an.


Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Haftbefehl erlassen. Die beiden Kettensägen-Diebe sitzen jetzt in der Bützower Untersuchungshaft - mit trockenen Hosen.

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