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Gadebuscher muss 5500 Euro Strafe zahlen : Gericht verurteilt Kleingärtner

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Ein 63-jähriger Mann aus Gadebusch musste sich wegen Beleidigung, Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung vor dem Grevesmühlener Amtsgericht verantworten. Ergebnis: eine Geldstrafe von 5500 Euro.

svz.de von
erstellt am 13.Jun.2013 | 12:10 Uhr

Ein Kleinkrieg zwischen Gadebuscher Gartennachbarn ist ein Fall für die Justiz geworden. Dabei musste sich gestern ein 63-jähriger Mann wegen des Vorwurfs der Beleidigung, Bedrohung und der gefährlichen Körperverletzung vor dem Grevesmühlener Amtsgericht verantworten. Ergebnis: Das Gericht verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von insgesamt 5500 Euro. Er muss zudem 300 Euro Schmerzensgeld an seinen zwei Jahre älteren Gartennachbarn zahlen und die Kosten des Verfahrens tragen. Gegen das Urteil können bis nächste Woche Rechtsmittel eingelegt werden.

Dem Eklat am Maschendrahtzaun war offenbar ein jahrelanger Streit zwischen den beiden Kleingärtnern vorausgegangen. Im August vergangenen Jahres eskalierte die Situation, nachdem ein Graben zum Schutz gegen das Wasser vom höherliegenden Grundstück gezogen worden war. Da der Aushub auf den Erdbeerpflanzen des 65-jährigen Nachbarn landete, forderte dieser die Beseitigung des Schadens. Vergeblich. Laut Anklageschrift bekam der 65-Jährige stattdessen zu hören: "Los, komm her, ich erschlage dich, du Stasi-Schwein. Dann ist’s einer weniger." Der verbalen Auseinandersetzung in der Erholungsoase soll ein Angriff mit einem Spaten gefolgt sein. Dabei zog sich der Geschädigte eine Verletzung am rechten Arm zu. Eine Verletzung, die er sich nach Angaben eines Sachverständigen nicht selbst zugefügt hat.

Staatsanwaltschaft und Richter werteten den Vorfall am Maschendrahtzaun als Beleidigung, Bedrohung und gefährliche Körperverletzung in einem minderschweren Fall. Richter Dr. Hinrich Dimpker sagte an die Adresse des Angeklagten: "Sie haben mit dem Spaten zugeschlagen aus Erregung heraus. Hier ist ein langwieriger Streit explodiert. Über die Konsequenzen haben sie nicht nachgedacht."

Der Verteidiger des Angeklagten hatte zuvor Freispruch für seinen reumütigen Mandanten beantragt. Die Ergebnisse der Beweisaufnahmen hätten zu erheblichen Zweifeln geführt. Er sprach von gegenseitigen Provokationen und Erinnerungslücken bei Zeugen. Die Staatsanwaltschaft wiederum bezeichnete alle drei Zeugen als glaubwürdig und forderte für den Angeklagten eine Gesamtstrafe von 4000 Euro. Letztlich ging das Gericht mit seinem Urteil über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus.

Ob nach dem gestrigen Prozess Ruhe in der Gadebuscher Kleingartenanlage einkehrt, bleibt abzuwarten. Der Zwischenfall soll demnächst bei der nächsten Mitgliederversammlung des betroffenen Vereins zur Sprache kommen. Das kündigte der Vorsitzende des Vereins während der Gerichtsverhandlung an. Nach seinen Angaben hatte es bereits vor zwei Jahren Streit zwischen den beiden Gartennachbarn gegeben. Auch eine Gadebuscher Anwältin wurde damals aktiv.

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