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Schwerins Volleyball-Erfolgstrainer hinterlässt Frau und Kind : Gerhard Fidelak verstorben

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Trainer Gerhard Fidelak, der ab 1964 für drei Jahrzehnte der Coach bei den Volleyballerinnen des SC Traktor Schwerin bzw. später des Schweriner SC war, ist im Alter von 69 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben.

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erstellt am 17.Dez.2012 | 11:59 Uhr

Schwerin | Erfolgstrainer Gerhard Fidelak, der ab 1964 für volle drei Jahrzehnte der Coach bei den Volleyballerinnen des SC Traktor Schwerin bzw. später des Schweriner SC war, ist am Sonnabend im Alter von 69 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben. Er hinterlässt seine Ehefrau Anne sowie eine Tochter und einen Sohn.

Viele große Spielerinnen hervorgebracht

Zum Gedenken an den größten Trainer der Club-Geschichte wird es am Mitt woch abend beim Bundesligaspiel des deutschen Meisters SSC gegen Alemannia Aachen eine Gedenkminute geben.

"Wir sind von der Nachricht alle richtig geschockt. Gerhard Fidelak war ja nicht nur 30 Jahre Trainer, in diese Zeit fallen auch die größten Erfolge des SSC mit den zwei Europapokal-Siegen und acht nationale Titel, die bei der Konkurenz mit SC Dynamo Berlin einen hohen Stellenwert haben", würdigte SSC-Präsident Johannes Wienecke gestern in einer ersten Stellungnahme den Erfolgscoach und fügte an: "Er hat viele große Spielerinnen herausgebracht. In der jüngeren Vergangenheit waren das Ute Steppin, Dörte Techel, Sylvia Roll und Christina Schultz. Sein plötzlicher Abgang 1994 war nicht leicht für ihn. Die weitere Zusammenarbeit war sehr gut. Er immer da, wenn er gebraucht wurde. Er hat sich sehr viel beim 50-jährigen Vereinsjubiläum engagiert. "

Gerhard Fidelak war der Schweriner Erfolgscoach schlechthin: So wurde er mit seinen Traktor-Damen je viermal DDR-Meister und Pokalsieger und holte in den 70ern gleich zweimal mit seiner Mannschaft den Europapokal nach Schwerin.

In einem Gespräch mit dem Autor erinnerte sich Fidelak, der bis 1994 bei insgesamt 80 EC-Spielen an der Seitenlinie stand, anlässlich des 50-jährigen Club-Jubiläums im Mai 2007 daran: "ZSKA Moskau galt 1975 als unschlagbar, hatte die beiden Jahre zuvor den Cup gewonnen. Obwohl UdSSR-Meister, startete ZSKA bei den Pokalsiegern. Denn nach drei Erfolgen hintereinander wäre die Trophäe für immer nach Moskau gegangen. Doch wir versalzten ihnen die Suppe, gewannen 3:2. Damit hatten wir selbst nicht gerechnet."

In den 70ern zweimal Europapokal-Sieger

Drei Jahre später gelang dann im EC-Finale der Landesmeister in Rheine erneut der Gipfelsturm. "Das 3:2 in der entscheidenden Begegnung gegen NIM Budapest war allerdings schwer erkämpft. Doch ich hätte nie gedacht, dass sich der EC-Sieg wiederholen ließe", so Fidelak. Von seinen Spielerinnen waren immerhin gleich fünf bei beiden Triumphen dabei: Helga Offen, Jutta Balster, Cornelia Rickert, Anke Westendorf und Hannelore Meincke.

Zu den 78er EC-Heldinnen gehörte ferner Carla Mügge, die dann 1980 in Moskau Olympia-Silber holte und drei Jahre darauf beim 3:2 im EM-Finale über die UdSSR-Auswahl in Rostock in der siegreichen DDR-Mannschaft stand. "Ich bin sprachlos, das schockt mich echt", meinte Fidelaks längjähriger Kapitän zur Todesnachricht ihres großes Förderers. "Er war ein harter Trainer, aber das musste damals wohl so sein. Zugleich konnte man aber vom menschlichen her mit jedem Problem zu ihm kommen", so Carla Mügge über die Trainer-Korypäe und den Perfektionisten Fidelak.

Und der Respekt seiner Spielerinnen reichte bis in die Gegenwart. Bei der 50-Jahr-Feier "versteckte" sich zum Beispiel Helga Gutte vor ihrem ehemaligen Coach, um eine Zigarette zu rauchen. "Wir würden auch heute nie vor ihm rauchen", sagte sie 2007.

Carla Mügge traf letztmalig Gerhard Fidelak, der sich nach seinem Abschied als Trainer u.a. im Förderverein des jetzigen Sportgymnasiums engagierte, im Frühjahr dieses Jahres anlässlich der 50-Jahr-Feier der Kinder- und Jugend-Sportschule (KJS) in Schwerin.

Größte Erfolge unter Fidelak:

DDR-Meister: 1976, 1977, 1980, 1984;
DDR-Pokalsieger: 1981, 1982, 1988, 1990;
EC der Landesmeister: Sieg 1978; Dritter 1977und 1981; EC der Pokalsieger: Sieg 1975; Zweiter 1979 und 1989; Dritter 1988 und 1990

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