Generalintendant des Rostocker Volkstheaters Piontek gibt auf

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30. Juli 2008, 12:52 Uhr

Rostock - Der Generalintendant des Volkstheaters Rostock, Steffen Piontek, gibt nach monatelangem Streit um die Finanzierung des Theaters sein Amt auf. Kultursenator Wolfgang Nitzsche (PDS) bestätigte dies am Mittwoch. Wann Piontek sein Amt niederlegen werde, konnte Nitzsche nicht sagen. Hintergrund ist die von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) angestrebte Schließung von zwei der vier Sparten des Volkstheaters. Betroffen wäre das Musiktheater mit Chor und das Ballett.

Piontek hatte die Sparpläne zuvor als „kulturpolitisch schädlich“ verurteilt. Eine Kombination aus Orchester und Schauspiel ohne Musiktheater wäre bundesweit einmalig und unsinnig. Piontek, dessen Vertrag regulär bis 2012 läuft, befindet sich in Urlaub und war am Mittwoch zunächst nicht zu erreichen.

Nach Nitzsches Worten waren Piontek und die Verwaltungsspitze im Beisein ihrer Anwälte in der vergangenen Woche zusammengekommen, dabei sei diese Entscheidung getroffen worden. Piontek räume seinen Stuhl freiwillig. Der Senator kritisierte erneut die Streichpläne. „Das, was jetzt gemacht wird, ist nicht wieder gut zu machen für Rostock - was sich für die Stadt als blamabel herausstellen wird.“

Die Entscheidung über die Zukunft des Volkstheaters erwartet Nietzsche bei der Hauptausschusssitzung der Bürgerschaft am 26. August. Er gehe davon aus, dass die Fraktionen der Beschlussvorlage des OB nicht zustimmen werden. Methling hatte am Dienstag seine Pläne verteidigt. Die Senkung der Zuschüsse sei eine alte Forderung aus dem politischen Raum und von der Bürgerschaftsmehrheit beschlossen.

Falls die Stadtverordneten den Plänen Methlings zustimmen, würden etwa 100 der insgesamt 349 Stellen am Theater wegfallen. Beabsichtigt sei auch eine Verringerung der Planstellen im Orchester. Je Eintrittskarte lege die Hansestadt 150 Euro zu. Statt 7,8 Millionen Euro im Jahr 2007 sollen deshalb 2009 nur noch insgesamt 4,8 Millionen Euro aufgewendet werden.

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