zur Navigation springen

Bürgermeister möchte ehemaliges Hotel mit Baunzaun absichern : Gemütlichkeit in Scherben und Schimmel

vom

Der Bürgermeister der Gemeinde will das Areal des ehemaligen Hotels Eichenhof mit einem Bauzaun absichern. Burkhard Thees weiß seit längerer Zeit, dass die Brandruine zu später Stunde von Vandalen heimgesucht wird.

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2011 | 06:17 Uhr

Heiddorf | Das seit langem vor sich hin modernde, ehemalige Hotel "Eichenhof" in Heiddorf, hat wieder geöffnet. Jedenfalls für solche Menschen, die sich offensichtlich zwischen feuchten Wänden, Schimmel, aufgequollenen Fußböden und herabhängenden Decken wohl fühlen. Und damit nicht genug: Diese ungeladenen Gäste, die sich meist zu später Stunde dort einfinden, öffnen mit Gewalt Türen und Fenster - wohl nicht des stockigen Geruchs wegen - demolieren das zurückgelassene Mobiliar, schmeißen Flaschen an die Wände und machen sich zwischen Glasscherben und all dem Müll ein paar gemütliche Stunden. Das alles ist seit längerer Zeit nicht nur dem Neu Kalisser Bürgermeister Burkhard Thees ein Dorn im Auge.

Der erste Mann in der Gemeinde will diesen Vandalismus beenden. "Die Auswüchse im Gebäude und auf dem Areal sind derart groß, dass die öffentliche Sicherheit gefährdet ist", urteilt Thees. Hatte er noch bis gestern gehofft, dass der Gebäudekomplex im Wege der Zwangsversteigerung (SVZ berichtete) in neue, zahlungsfähige Verantwortung kommt, so zweifelt er mittlerweile daran: Der nächste Versteigerungstermin ist am Donnerstag, 26. Mai, um 10 Uhr im Amtsgericht Ludwigslust. Der werde wohl keine Veränderung bringen, so Thees, denn die Zahlungspflicht der Versicherung für den Brandschaden in Höhe von wohl 1,3 Mio. Euro sei gesetzlich verfallen. "Wer will sich dann noch solch einen maroden Klotz ans Bein binden", glaubt Thees auch nicht mehr an ein Eichenhof-Wunder.

Doch es müsse gehandelt werden, bevor jemand auf dem Gelände der Bauruine zu Schaden komme, meint Thees. "Und wenn das gesamte Areal mit einem Bauzaun abgesperrt werden muss", grummelt es aus dem Bürgermeister heraus. Doch solch ein Zaun kostet viel Geld. Und als Finanzier werde wohl der Steuerzahler wieder zur Kasse gebeten werden. Die Gemeinde habe bereits über 7000 Euro für baulichen Absicherungen des Eichenhofes ausgegeben. Vom insolventen Eigentümer, der eigentlich in der Pflicht stehe, könne nichts mehr geholt werden, weiß Thees. Die Versicherung stehe außen vor, besitze jedoch das wichtige Grundpfandrecht, bedauert der beauftragte Rechtsanwalt Nachtsheim aus Bonn, nicht helfen zu können.

Aus dem Ludwigsluster Landratsamt winkt auch Ulrich Teschner, Fachdienstleiter Ordnung, ab. Vor uns müsse die Amtsverwaltung in Dömitz erst einmal in die Pflicht genommen werden, so seine Stellungnahme. Müsste sein Fachdienst dann doch für die Gewährleistung der Öffentlichen Sicherheit eine Ersatzmaßnahme für den Eigentümer auf den Weg bringen, werde dies in Rechnung gestellt. Laufe diese Rechnung ins Leere, zahle die Allgemeinheit die Zeche. Ähnlich sieht es auch die Amtsverwaltung in Dömitz. Verwaltungschefin Iris Weber benötige aber zu allererst einmal eine Grundlage, um die Angelegenheit zu prüfen. Damit ist die Angelegenheit wie ein Bumerang wieder bei Thees gelandet.

Der drängt nun unbeirrt auf eine Absicherung des Gebäudes. "Gefahren für die Gesundheit und unfallträchtige Stellen gibt es in dem Gebäude überall. Ein großer Teil des Daches ist offen. Sollte es doch jemand wagen, dort herumzuklettern, begibt sich diese Person in Lebensgefahr. Aber auch im Innern existieren viele Unfallquellen. Kommt es zu einem Unfall oder gar Unglück, ist der Schuldige schnell gefunden", wehrt der Bürgermeister sich schon heute vor Schuldzuweisungen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen