Gemeinsam viel erreicht - Politiker würdigen gemeinsame Leistung von Ost und West

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03. Oktober 2008, 06:33 Uhr

Zum 18. Tag der Deutschen Einheit haben Politiker die gemeinsamen Leistungen der Menschen in Ost und West seit der Wiedervereinigung gewürdigt. „Wir haben viel erreicht“, sagte Bundespräsident Horst Köhler am Freitag beim zentralen Festakt in Hamburg. Manches dauere länger als gedacht, es gebe auch „Härten und Enttäuschungen“. Es sei aber bereits sehr viel mehr gelungen, als manche sähen.

Mit einem großen Bürgerfest zwischen HafenCity und Speicherstadt präsentierte sich Hamburg als Gastgeber des diesjährigen Festaktes. Mit dem Slogan „Kulturnation Deutschland“ hatte die Einheitsfeier erstmals ein Motto. Eröffnet wurden die Feierlichkeiten am Vormittag mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Michaelis-Kirche, dem berühmten Hamburger „Michel“. Es folgte ein Festakt im Theater am Hafen. Rund 1200 Gäste aus ganz Deutschland und mehr als 100 Botschafter nahmen teil.

Köhler lobte, die „friedlich und mutig erkämpfte Einheit“ sei ein Segen für Deutschland. „Wir sind auf dem gemeinsam zurückgelegten Weg erwachsener geworden“, betonte er. Trotzdem bleibe noch viel zu tun. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Bildungsgerechtigkeit und Integration seien „große Aufgaben“. Die Kultur könne helfen, diese zu bewältigen. Seit der Wiedervereinigung sei Deutschland wieder „eine Kulturnation“. Die nächste Generation werde „noch viel stärker“ von Menschen mit ausländischen Wurzeln geprägt sein, sagte Köhler. Nun gehe es darum, auch sie für diese Kulturnation zu gewinnen.

Auch der amtierende Bundesratspräsident und Erste Bürgermeister von Hamburg, Ole von Beust (CDU), betonte die Bedeutung der Kultur für das Wir-Gefühl der Deutschen. Sie habe in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, die Deutsche Einheit gedeihen zu lassen.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) rief die Menschen in Ost und West auf, sich an die Freude nach dem Mauerfall 1989 zu erinnern und zu erkennen, was seither geschaffen worden sei. Die CDU-Politikerin Dagmar Schipanski beklagte derweil eine anhaltende Fremdheit zwischen Ost und West. Es gebe weiter viel Unverständnis.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte, insbesondere junge Menschen müssten stärker mit der ehemaligen deutschen Teilung vertraut gemacht werden, etwa im Geschichtsunterricht. Auch der sächsische Ministerpräsident Stansilaw Tillich (CDU) betonte, es sei wichtig, gerade der jungen Generation, die die DDR nicht mehr aus eigenem Erleben kenne, den Wert von Freiheit und Demokratie zu vermitteln.

Der Tag der Deutschen Einheit jährt sich in diesem Jahr zum 18. Mal. Am 3. Oktober 1990 trat die damalige DDR der Bundesrepublik Deutschland laut Einigungsvertrag bei. Zuvor hatte es in der DDR im Herbst 1989 eine friedliche Revolution gegeben. Die zentralen Feiern zum Tag der Einheit finden an wechselnden Orten statt, entsprechend der Präsidentschaft im Bundesrat. Auch am Brandenburger Tor in Berlin feierten Tausende Menschen den Tag der Einheit. Rund 60 000 Besucher kamen nach Angaben der Veranstalter am Nachmittag zur dortigen Festmeile.

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