Biogasanlage von Maas könnte Gemeinde beliefern : Gemeinde will Energiekosten sparen

Reiner und Georg Maas führen gemeinsam den landwirtschaftlichen Betrieb. sabrina panknin
Reiner und Georg Maas führen gemeinsam den landwirtschaftlichen Betrieb. sabrina panknin

Georg und Reiner Maas, Vater und Sohn, führen drei landwirtschaftliche Betriebe. Ihr Hof ist in Lützow, dort steht auch ihr neuester Betrieb - eine Biogasanlage.

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27. Dezember 2010, 11:16 Uhr

600 Milchkühe zeichnen den Hof aus und 900 Hektar Ackerbaufläche müssen Jahr um Jahr bewirtschaftet werden.
Da fällt einiges an Reststoffen an. Aus diesem Grund haben sich Vater und Sohn vor einigen Jahren Gedanken über den Bau einer Biogasanlage gemacht.

"Wir hatten eine sehr lange Planungsphase. Wir wollten zunächst eine 500 Kilowatt-Anlage errichten, die nur mit Mais betrieben werden sollte", sagt Georg Maas. Dann aber haben sich die beiden umentschieden. Seit August dieses Jahres läuft die 190-Kilowatt-Biogasanlage, die vor allem mit Reststoffen befüllt wird. Seit zirka drei Monaten läuft die Anlage unter Volllast. Jeden Tag wird sie mit zirka 50 Kubikmeter Gülle, drei bis vier Tonnen Mist und einer Tonne Futterresten gefüttert, wie Sohn Reiner Maas das nennt. "Die Gülle wird aus den Ställen direkt in den ersten Fermenter gepumpt", erklärt Reiner Maas. Dort wird die Gülle auf zirka 40 Grad erwärmt, damit sie zusammen mit den anderen Reststoffen, den so genannten Co-Substraten vergären kann. Die Masse verbleibt einige Tage und wird mehrmals am Tag gerührt. Dabei entsteht Biogas, das einen Motor betreibt. Das Gas wird verbrannt, dabei entsteht neben chemischer auch thermische Energie. Die abfallende Wärme des Motors - Abwärme - kann zum Beheizen von Wohnhäusern und Gebäuden genutzt werden. "Wir haben noch Reststoffe über, die gänzlich an der Biogasanlage vorbeigehen", sagt Georg Maas. Aus diesem Grund hat sich der Landwirt Gedanken darüber gemacht, die Gemeinde Lützow mit Fernwärme zu versorgen. Die Abnehmer würden ein Drittel ihrer bisherigen Energierkosten sparen, da die Stromerzeugung aus Biogas subventioniert wird. Das regelt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

In der jüngsten Gemeindevertretersitzung gab es diesbezüglich einen Tagesordnungspunkt. Georg Maas informierte die Kommunalpolitiker über die Pläne und stellte zwei Varianten vor, wie die Gemeinde von der Biogasanlage profitieren könnte. Beide Pläne sehen ein Blockheizkraftwerk im Dorfmittelpunkt vor, in dem ein Motor steht, der mit dem produzierten Biogas angetrieben wird. Eine Gasleitung müsste von der Anlage zum Kraftwerk durchs Dorf verlegt werden. Die Gemeindevertreter stehen dem Vorhaben, die Fernwärme für die öffentliche Gebäude wie Schule, Mensa und Amtsgebäude zu nutzen, grundsätzlich positiv gegenüber. "Wenn wir Geld sparen wollen, müssen wir uns damit auseinandersetzen", sagte Gemeindevertreter Bodo Volkwein. Aber erst, wenn alle Fragen geklärt seien, solle ein Beschluss gefasst werden, wie Bürgermeister Tino Waldraff sagte.

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