Gelungener Brückenschlag - Mecklenburger und Schleswig-Holsteiner zwischen Groß Sarau und Schattin auf neuen Wegen

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17. August 2008, 07:24 Uhr

Groß Sarau/Schattin - Volksfeststimmung an dem historischen Ort „Nädlershorst“. Dort wo noch 2002 das beliebte „Fährhaus Nädlershorst“ stand und wegen Naturausgleichsflächen für die A 20 abgerissen und geopfert wurde, fand am jetzt die feierliche Übergabe der neuen Wakenitzbrücke zwischen Gr. Sarau und Schattin statt.

Viele Gäste diesseits und jenseits der Landesgrenze waren gekommen, um dieses Ereignis mitzuerleben, viele aus Ost und West, die die Ereignisse und Geschehnisse an der innerdeutschen Grenze miterlebt haben.

Die alte Nädlershorster Wakenitzbrücke aus dem Jahre 1926 zwischen Gr. Sarau und Schattin wurde durch die innerdeutsche Grenze 1945 gesperrt und wegen Baufälligkeit auf Veranlassung des Kreises Herzogtum Lauenburg 1976 abgerissen.

Der Bürgermeister von Groß Sarau Hartmut Schwarz: „Für die Gemeinde Groß Sarau ist es heute ein schöner Tag. Ich gehe davon aus, dass sich nicht nur die Groß Sarauer Bürgerinnen und Bürger über die neue Nädlershorster Brücke freuen, sondern auch die Schattiner und Utechter sowie die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden, ebenso wie manch Wanderer, Radfahrer und Reiter.“

Obwohl die Gemeinde Groß Sarau nicht verhindern konnte, dass das alte historische Fährhaus Nädlershorst und die Wochenendsiedlung an der Wakenitz von der Landkarte verschwanden, so würdigte Bürgermeister Hartmut Schwarz Altbürgermeister Volker Niederhausen, der durch seinen Einsatz und durch seine Hartnäckigkeit sich beharrlich für den Neubau der Brücke eingesetzt hat.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 240 000 Euro. Gefördert wurde diese Brücke von der Metropolregion Hamburg, einer Fördergesellschaft der Freien- und Hansestadt Hamburg und des Landes Schleswig-Holstein sowie dem Amt für ländliche Räume.

Die Gemeinde Groß Sarau hatte auch Gönner und Sponsoren in der näheren Umgebung. So unterstützten die Drägerstiftung aus Lübeck und die Edeltraud-Bernacisko-Stiftung aus Groß Grönau das Brückenprojekt.

90 Prozent der Kosten konnten über Fördergelder, Spenden und Zuschüsse aufgebracht werden. Ein besonderer Dank ging von Hartmut Schwarz an Frau Dr. Ute Licht, geb. Ecklebe, die ihre Kindheit in Lenschow auf dem elterlichen Hof verlebte.

Die Gebäude wurden 1975 wegen Grenzsicherungsmaßnahmen der DDR geschleift. Bei der Legung des Dorfes verblieb das Land der Familie und wurde an das VEG Schattin verpachtet.
Ute Licht hat für den unkomplizierten und zügigen Landaustausch auf der mecklenburgischen Seite für die Zuwegung von Schattin zur neuen Wakenitzbrücke gesorgt.

Licht, die jetzt in Berlin lebt, trug zum feierlichen Abschluss der Einweihungsfeier die von ihr verfassten Gedichte „nädlershorst“ und „lenschow“ vor, die an das Schicksal beider Orte erinnern.

Die neue Stahlbrücke mit einer Spannweite von 28 Metern und einer Breite von zwei Metern vernetzt die Fahrrad-, Reit- und Wanderwege beidseitig der Wakenitz und ist ein Gewinn für die touristische Infrastruktur diesseits und jenseits der Landesgrenze.

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