Gegen Hitzestau: Atmungsaktive Kleidung und Verzicht auf bestimmte Speisen

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28. Juli 2008, 06:52 Uhr

Schwitzen ist ein lebenswichtiger Vorgang. Er dient dazu, überschüssige Wärme aus dem Körper abzugeben und reguliert zugleich den Wasser- und Elektrolythaushalt. Bis zu vier Millionen Schweißdrüsen sondern bei diesem Vorgang Flüssigkeit – den Schweiß – ab. Diese Flüssigkeit verdunstet – und durch die so entstehende Verdunstungskälte wird die Körpertemperatur abgesenkt. Das ist in Situationen, in denen die Körpertemperatur ansteigt, sehr wichtig.

Beim Sport kommt es beispielsweise wegen der gesteigerten Energieproduktion und des Energieverbrauchs zu einem Temperaturanstieg, der über die Schweißproduktion teilweise ausgeglichen wird. In einer warmen Umgebung spielt der gleiche Regulationsmechanismus eine wichtige Rolle, um den Körper vor Überwärmung zu schützen. Pro Quadratmeter Körperoberfläche kann ein Mensch stündlich 500 ml Schweiß absondern!

Besondere Gefahren in durchgeschwitzter Kleidung
Schweiß an sich ist geruchlos. Erst wenn er auf der Haut mit Bakterien zusammentrifft und zersetzt wird, fängt er an zu riechen. Doch Achselnässe und Körpergeruch sind beim Schwitzen zwar das augenfälligste, oft aber nur das geringere Problem. Wer zum Beispiel am Arbeitsplatz nassgeschwitzt in zugiger Umgebung sitzen muss, kann sich ernsthaft erkälten.

Durchgeschwitzte Kleidungsstücke, die auf schweißnasser Haut reiben, begünstigen Hautkrankheiten oder verzögern deren Heilung. Und schließlich kann ein stark Schwitzender, der im Beruf viele Kontakte zu anderen Menschen hat, zusätzlich wegen seiner schwitzigen Hände oder des Schweißgeruchs starke psychische Probleme bekommen.

Schnell gerät er in einen Teufelskreis: Er ist aufgeregt, weil er die übermäßige Schweißproduktion fürchtet – und schwitzt deshalb noch mehr. Denn die Schweißproduktion wird über das vegetative Nervensystem gesteuert: Wer aufgeregt ist, schwitzt deshalb noch mehr als sonst.

Deos gehen nicht an die Wurzel des Problems
Als erste Hilfe greifen die meisten Menschen, die schwitzen, zu einem Deo. Doch die darin enthaltenen Deodorantien verhindern lediglich, dass sich der Schweiß zersetzt – und dadurch anfängt, unangenehm zu riechen. Wirksamer sind sogenannte Antitranspirante, die es in Apotheken gibt.

Sie verengen die Schweißdrüsen und vermindern dadurch die Schweißbildung. Allerdings kommt es bei diesen Mitteln nicht selten zu Unverträglichkeitsreaktionen der Haut. Wer eine empfindliche Haut hat, sollte deshalb vor der Anwendung sicherheitshalber einen (Haut-)Arzt konsultieren.

Wer leicht schwitzt, sollte Kleidung aus atmungsaktiven Textilien, z. B. aus Baumwolle, tragen. Ungeeignet sind alle synthetischen Fasern, verzichtet werden sollte – insbesondere bei Neigung zu Schweißfüßen – auch auf Schuhe mit Kunststoff-, Gummi- oder Holzsohlen.

Wer vor allem unter den Achseln schwitzt und dort unangenehm riecht, sollte regelmäßig die Achselhaare rasieren: Auf der glatten Haut sammeln sich weniger geruchsbildende Bakterien.
Regelmäßige Wechselduschen und Ausdauersport trainieren den Körper, mit schweißtreibenden Reizen besser umzugehen. Übergewichtige Menschen schwitzen oft weniger, wenn sie ihr Gewicht normalisieren.

Kaffee und Scharfes kurbeln den Schweißfluss an
Auch durch die Nahrungsauswahl lässt sich die Schweißbildung beeinflussen. Kaffee, Tee, alkoholische Getränke und vor allem scharf gewürzte Speisen gelten als schweißtreibend. Zu den schweißhemmenden Nahrungsmitteln gehören Reis, Zitronen und frische Feigen. Lauwarmer Salbei-Tee – schon eine Tasse täglich reicht aus – mindert nachweislich die Schweißproduktion.

Falsch ist es, nichts zu trinken, um die Flüssigkeit ja nicht wieder auszuschwitzen. Der Körper würde lediglich seine Reserven angreifen – und dennoch schwitzen und so weitere Flüssigkeit verlieren. Es ist also unerlässlich, ausreichend zu trinken. Am besten geeignet sind Wasser oder ungesüßte Säfte. Aber bitte nicht eiskalt, denn so würde der Wärmeausgleich des Körpers durcheinander gebracht.

Nicht selten steckt eine Krankheit dahinter
Stark riechender Schweiß, der sich weder durch peinliche Hygiene noch durch Deos beseitigen lässt, kann Anzeichen einer Mangelerkrankung sein, bei der auch die Nieren in Mitleidenschaft gezogen sind. Hat man außerdem Flecken auf den Fingernägeln und eine rissige Zunge, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Etwa fünf Prozent der Bevölkerung leiden an krankhaftem Schwitzen. Es tritt seltener am ganzen Körper, sondern oft nur auf einzelne Regionen wie Hände, Füße und Achselhöhlen begrenzt, auf. Dem Arzt stehen zur Behandlung verschiedene Verfahren zur Verfügung.

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