Gefragte Weltneuheit - Ansturm auf revolutionäre Windkraftanlage für Hausbesitzer

Eine Weltneuheit sorgte auf der gestern in der Kongresshalle zu Ende gegangenen Doppel-Messe „Handwerk“ und „Eigenheim“ für erhebliches Interesse. Mit der in Brüsewitz produzierten Winddurchstromanlage „eightwind EW 100/2,5“ kann der Eigenheimbesitzer für einen einmaligen Anschaffungspreis dauerhaft Strom und Wärme erzeugen.

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19. Oktober 2008, 07:59 Uhr

Weststadt - „Wir können uns vor Aufträgen kaum retten“, sagt Günther Wirth sichtlich erfreut. Der Bezirksleiter der „ernergy-age wind ltd. & Co.KG“, der von Gadebusch aus für ganz Norddeutschland zuständig ist, kann nun auf erhebliche Einnahmen hoffen, nachdem die Idee jahrelang nur Kosten verursacht hatte. Doch der Patentinhaber Gunter Krauß aus dem Vogtland war hartnäckig geblieben. „Jetzt spricht die Konkurrenz schon neidisch von der ,Eier legenden Wollmilchsau’“, sagt Wirth vergnügt.
Erst vor zwei Wochen ging die „eightwind EW 100/2,5“ in Serienproduktion. Noch stehen weniger als eine Handvoll der revolutionären Winddurchstromanlagen überhaupt. „Doch wir haben inzwischen Aufträge aus 62 Ländern“, berichtet Wirth.

Auch in Deutschland sei das Interesse immens. Die Präsentation auf der Messe in Schwerin, die in diesem Jahr ihren Schwerpunkt auf Klimaschutz und Energiesparen gesetzt hatte, besorgte dem jungen Unternehmen einen zusätzlichen Schub.

Kein Wunder: Das auf einem vier Meter hohe Stahlrohr thronende etwa 2,40 breite Gerät sieht simpel und wenig attraktiv aus, sorgt aber für Höchstleistungen. Das Grundprinzip basiert auf der Funktionsweise eines „Krauß Rotors“ nach dem horizontalen Auftriebsprinzip.

Im Gegensatz zu den klassischen Windrädern mit zwei oder drei Flügeln und einer waagerechten Achse sind die Anlagen „eightwind“ mit einer senkrechten Achse und drei Rotorblättern ausgestattet. Die äußeren Hüllflächen sind aerodynamisch so ausgebildet, dass der außen vorbei strömende Wind etwa um das dreifache beschleunigt wird und in der rückseitigen Kammer ein Unterdruck entsteht.

Somit können sich die Rotoren ungehindert mit Richtung des auftreffenden Windes drehen. Durch diese spezielle Formgebung der Hüllflächen sind die Nachteile eines Vertikalrotors „ausgeschaltet“.

„Die Anlage erzeugt mehr als den für ein Eigenheim benötigten Strom, so dass noch genügend Energie übrig bleibt, um beispielsweise ein Gewächshaus zu betreiben“, sagt Wirth. Gegebenenfalls lasse sich der überflüssige Strom auch die nächsten fast 20 Jahre gut an Energieunternehmen verkaufen.

Und praktisch als Zusatzprodukt werden Heizungen versorgt und steht Warmwasser zur Verfügung. Nach sechs bis acht Jahren hat sich der Kauf laut Wirth bereits amortisiert.

Angesichts des hohen Wirkungsgrades sind die Häuslebauer aber gar nicht zwingend die Zielgruppe, sagt Wirth. Wenngleich allein im LTA Brüsewitz bei Bedarf monatlich bis zu 1200 „eightwind EW 100/2,5“ hergestellt werden können, so der Bezirksleiter. Die „Energiequelle der Zukunft“, so Wirth, könne Firmen und öffentliche Einrichtungen versorgen – dann allerdings mit etwas größeren Anlagen nach gleichem Prinzip.

Mit der Stadt Gadebusch habe es beispielsweise schon Gespräche gegeben, um mit einer Anlage der „energy-age wind“ alle kommunalen „Stromfresser“ zu versorgen – von der Straßenbeleuchtung über Kita und Gymnasium bis hin zu den Amtsstuben.

„Das Interesse der Stadt ist groß“, sagt Bürgermeister Ulrich Howest. Er wolle natürlich zuerst einen Nachweis über die Seriösität der Anlage. „Wir dürfen schließlich kein Steuergeld verschwenden“, so der Bürgermeister. „Wenn es sich aber um ein solides Produkt handelt, dann ist das für uns höchst interessant.“

Den Nachweis erbringt er gern, verspricht Günther Wirth. Auf dem „energy-age wind“-Gelände in der Gadebuscher Industriestraße will er den „eightwind EW 100/2,5“ aufbauen, damit die Politiker „ihn auch sehen und anfassen können“, sagt Wirth. An die Schweriner Stadtspitze ist der Bezirksleiter im Übrigen noch nicht herangetreten. Das verwundert angesichts der vollen Auftragsbücher wenig.

Tausende Besucher auf der Doppelmesse
Die insgesamt 113 Aussteller der zum zweiten Mal in Schwerin stattfindenden Doppelmesse bekamen aber nicht nur vielfältige Informationen zum Energiesparen, sondern auch jede Menge Tipps zum Bauen und Renovieren.

Außerdem stellte sich das Handwerk der Region mit zahlreichen Schauvorführungen dar. So zeigte das Frisörhandwerk sein Können, demonstrierte nicht nur moderne Haarkunst, auch Fingernagelmode war zu sehen. Beim Stand des ABC Bau präsentierten Auszubildende die Vielfalt des Bauhandwerks. Und auch Gaumenfreuden kamen nicht zu kurz. So kosteten viele der insgesamt 6500 Besucher die Leckereien der FAA.

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