Gefräßiger Geldautomat

Andreas Lausen traute seinen Augen nicht, als seine Kontokarte nicht mehr aus der Maschine kam. Foto: Malte Behnk
Andreas Lausen traute seinen Augen nicht, als seine Kontokarte nicht mehr aus der Maschine kam. Foto: Malte Behnk

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24. Juli 2008, 09:45 Uhr

Gadebusch - 1,7 Millionen Geldautomaten stehen weltweit parat, doch einer am Gadebuscher Marktplatz scheint seinen ganz eigenen Willen zu haben. Die Erfahrung machten zumindest einige Bewohner und Besucher der Stadt, die ihrer Kontokarte entledigt wurden.

„Das Gerät zeigte nur ein Windows-Bild, dann wurde der Bildschirm schwarz, irgendetwas hat rot geleuchtet – und die Karte war weg“, beschreibt Andreas Lausen, Amtsleiter für Regionalentwicklung, den Moment, in dem er seine Kontokarte „verlor“. Glaubhaft versichert er, dass sein Konto, auf das er zugreifen wollte, gedeckt sei. Außerdem kommt ihm der Vorfall bekannt vor.

Bereits beim Münzfest am ersten Juliwochenende hatte ihm der Gadebuscher Ehrenbürger Håkan Bürgemeister von einem schwedischen Landsmann berichtet, der bei seinem Besuch in der Radegaststadt etwas ähnliches erlebt hatte. Auch der Tourist nutzte den Geldautomaten am Markt – und auch seine Karte wurde einbehalten. Im Gegensatz zu Andreas Lausen, der noch auf das Konto seiner Frau zurückgreifen kann, stand der Schwede nun mittellos da und musste sich von Freunden Geld borgen.

Bei der Deutschen Bank, die den Geldautomaten betreibt, bedauert man diese Panne sehr. „Es liegt nicht an den Kunden, deren Konten oder ihren Karten, sondern das Gerät hatte einen Defekt“, berichtet ein Sprecher des Geldinstituts. Die genaue Ursache für den Fehler sei noch nicht ermittelt. Ein Techniker habe aber am Mittwoch die betreffenden Teile ausgetauscht. „Der Automat hat zeitweise ausgesetzt und sich sozusagen selber abgeschaltet“, sagt der Sprecher der Deutschen Bank.

„Immer wenn das Gerät dann aus war, hat es die Karten einbehalten.“ Ein solcher Defekt sei ihm in all den Jahren, die er bei der Bank arbeitet, nicht bekannt geworden. Nachdem der Techniker nun am Mittwoch die Karten aus dem „eigensinnigen“ Gerät geholt hat, werden alle Kunden, die Opfer der Maschine wurden, in den nächsten Tagen Post erhalten. „Wir senden allen Betroffenen automatisch und kostenfrei eine neue Karte zu“, versichert der Banksprecher.

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