In Kritzkow beklagen Eltern den Zustand seit Monaten : Gefahrvolle Enge an Bushaltestelle

Vorsichtig rollt der Schulbus im Morgengrauen in Kritzkow an die Haltestelle. Hier stehen die Kinder dicht gedrängt bis an die Bordsteinkante. Zu gefährlich, meinen die Eltern und verlangen mehr Sicherheit für ihre Kinder.Regina Mai
Vorsichtig rollt der Schulbus im Morgengrauen in Kritzkow an die Haltestelle. Hier stehen die Kinder dicht gedrängt bis an die Bordsteinkante. Zu gefährlich, meinen die Eltern und verlangen mehr Sicherheit für ihre Kinder.Regina Mai

Schüler drängen sich morgen für morgen an der Bushaltestelle an der B 103 in Kritzkow. "Es sind zu viele Kinder für die kleine Bushaltestelle", bringt es der Vorsitzende der Ortsteilvertretung auf den Punkt.

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04. November 2010, 12:05 Uhr

Kein Wunder also, dass neben den Kindern gut ein Dutzend Mütter allmorgendlich an der Haltestelle stehen. "Für die Kleinen ist es einfach zu gefährlich. Es ist immer Gedränge und es wird geschubst. Das war und das ist an Bushaltestellen so", stellt Mutter Silva Hagen fest. Die Kinder würden auch immer haarscharf an der Kante stehen. Wenigsten eine Barriere müsste es hier geben, meint sie. "Vielleicht sollte der Bus einfach woanders halten, nicht direkt an der Bundesstraße", denkt Stefanie Gerion. Und Kathrin Mawick, die täglich zwei Kinder zum Bus bringt, wünscht sich mehr Aufmerksamkeit gegenüber Kindern generell.


Problem war absehbar, Lösung dauert zu lange

"Monatelang haben wir geredet, aber es passiert nichts", beklagt Mank. "Die Grundschule wird geschlossen. Da war doch klar, dass das Auswirkungen auf den Schülerverkehr hat. Da muss man mal komplex denken", formuliert der Vorsitzende der Ortsteilvertretung. Auch die Grundschüler fahren jetzt von Kritzkow nach Laage zur Schule. Immer wieder habe er im Amt Laage gehört, dass man an einer Problemlösung arbeite. Irgendwann reichte es den Kritzkowern, berichtet Mank. Aus seiner Sicht gebe es nur zwei Möglichkeiten. Entweder die Bushaltestelle an der B 103 wird vergrößert, damit die Schüler ausreichend Platz haben, oder der Bus nutzt auch in Richtung Laage schräg gegenüber den Platz, wo der Bus aus Laage kommend hält. Hier bestehe für Wartende keine Gefahr. Mit Vertretern des Amtes und der Omnibusverkehrsgesellschaft Güstrow habe es einen Termin vor Ort gegeben. Ergebnis: keine Lösung. Auf Nachfrage erfuhr SVZ von OVG-Geschäftsführer Jörg Heger, dass eine Nutzung dieser Haltestelle auch für die Laage-Richtung mit kleineren Umbauten verbunden wäre. Heger spricht von einem Bordstein und einem Baum oder Sträuchern, die im Wege stünden. "Die Sorgen der Eltern sind für uns nachvollziehbar", betont er. Doch ein Umbau sei nicht gewollt gewesen, stellt der OVG-Geschäftsführer fest.

Laages Bürgermeisterin Ilka Lochner-Borst bestätigt das. Hinzu käme das Problem, dass die Kinder immer wieder die Straße überqueren müssten. Da sei es einfacher, die jetzige Haltestelle zu erweitern. "Und das passiert jetzt auch", betont Lochner-Borst. Auf das Drängen der Kritzkower angesprochen, verweist sie darauf, dass auch für eine kleine Maßnahme Geld im Haushalt vorhanden sein müsse. Das sei nicht von heute auf morgen aufzutreiben. Noch in diesem Jahr solle aber die Bushaltestelle um rund 25 Quadratmeter erweitert werden, damit die Kinder gefahrlos auf dem Bus warten können.

Dabei, so berichtet Mank, wollen die Kritzkower selbst mit anpacken. So werden in dieser Woche auf einer ungenutzten Fläche im Gewerbegebiet Pflastersteine aufgenommen, die dann zur Erweiterung der Bushaltestelle verwendet werden können. "Außerdem müssen noch ein paar Büsche weggenommen werden. Auch dabei würden die Eltern mit anpacken", berichtet der Vorsitzende der Ortsteilvertretung. Ein gutes Ende ist in Sicht, aber warum das so lange dauern musste, kann Mank schlicht nicht verstehen.

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