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Rostock: Haft nach rechter Randale : Gefängnisstrafen für Angriff auf Polizisten

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Nach einer Randale mit rechtsextremistischem Hintergrund hat das Rostocker Landgericht gestern fünf Männer zu Haftstrafen verurteilt.

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2011 | 07:45 Uhr

Rostock | Einen regelrechten Kampf lieferten sich Polizisten und Besucher eines rechtsradikalen Konzerts vor mehr als zwei Jahren in Rostock-Gehlsdorf. Das Landgericht Rostock setzte nun den vorläufigen juristischen Schlusspunkt. Nach einer Randale mit rechtsextremistischem Hintergrund hat das Rostocker Landgericht gestern fünf Männer wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Polizisten zu Haftstrafen verurteilt. Zwei von ihnen müssen für 27 beziehungsweise 34 Monate ins Gefängnis, bei den anderen wurde die Haft zur dreijährigen Bewährung ausgesetzt.

Zur Randale war es im August 2008 gekommen, als die Polizei ein als Geburtstagsfeier getarntes, illegales Konzert im Stadtteil Gehlsdorf auflöste. Dabei wurden elf Polizisten und drei Konzertbesucher verletzt. Ein Polizist erlitt einen Splitterbruch eines Fingers, ein Konzertbesucher brach sich einen Fuß. Die Randale hatte für großes Aufsehen in der Region gesorgt, 38 mutmaßliche Gewalttäter aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Berlin waren früheren Angaben zufolge damals festgenommen worden.

Die gesterige Urteilsbegründung begann mit lauten, aber letztlich vergeblichen Versuchen der Verteidigung, weitere Anträge einzureichen. Der Vorsitzende Richter setzte sich darüber hinweg und verlas unter Hinweis auf die Strafprozessordnung, die Anträge zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zuzulassen, die umfangreiche Begründung der Kammer. Demnach sieht es das Gericht als erwiesen an, dass die fünf Männer zwischen 21 und 31 Jahren an der Randale beteiligt waren. Zwei Polizeizüge à 30 Mann waren beim Versuch, das illegale Konzert aufzulösen, mit Bierflaschen und Bierkisten beworfen worden. Nach Sichtung von Videoaufzeichnungen der Polizei sprach der Richter von einem "Flaschenhagel". Einer der Angeklagten habe sogar mit einer Bierbank in Richtung der Polizisten geworfen. Im Laufe der Auseinandersetzung hatte ein Angeklagter auch einen Feuerlöscher in Gang gesetzt. Wegen Atem- und Sichtproblemen hätten sich die Polizisten aus der Halle zurückgezogen. Der Richter zitierte einen der Angeklagten, der die Polizisten zu "einem fairen Kampf ohne Helm" herausgefordert hatte. Es war nach Ansicht des Gerichts klar, dass es sich nicht um eine Geburtstagsfeier handeln konnte. So sei eine Kasse aufgestellt worden und es gab einen Getränkeverkauf. Besucher hätten zudem gesagt, dass sie keinen der anderen Gäste zuvor kannten.

Bei keinem der Angeklagten sei in irgendeiner Form Einsicht in ihr ungesetzliches Handeln zu erkennen, kritisierte der Richter. Drei von ihnen hätten während des Prozesses die Aussage verweigert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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