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Dammsanierung in der Lewitz : Gefällte Weiden an Stör lösen Ängste aus

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Umweltschützer befürchten das rigorose Durchsetzen der Dammsanierung entlang des Lewitzer Störkanals. Das WSA Lauenburg dementiert energisch und spricht von nötigen Sicherungsmaßnahmen.

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2013 | 09:47 Uhr

Der Arbeitstrupp vom Grabower Außenbezirk des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Lauenburg hat mit den seit Montag begonnenen Pflegearbeiten des Baumbestandes am Störkanal die Umweltschützer und Gegner der Dammsanierung um den ehrenamtlichen Lewitz-Ranger Ralf Ottmann in helle Aufregung versetzt. Dort am Störkanal rückten die WSA-Arbeiter mit einem Arbeitsschiff und Fahrzeugen an und haben begonnen, Weiden zu fällen und den Baumbestand an einer Zufahrt zum Kanal auszuästen.

Ottmann und seine Unterstützer sind sich sicher, dass mit diesen ersten Fällungen handfeste Tatsachen geschaffen werden sollen, um die im Planfeststellungsverfahren steckende Dammsanierung durchzudrücken, wie Ottmann es gestern Morgen auch gegenüber den WSA-Mitarbeitern ausdrückte. Hintergrund: Im Zuge der Dammsanierung sollen 270 schützenswerte Bäume gefällt werden, was den Protest gegen diese Sanierungsarbeiten ausgelöst hatte.

Die Nachfrage beim WSA in Lauenburg ergab, so die Erläuterungen von Mitarbeiterin Silke Schreier, dass es sich bei diesen Arbeiten ausschließlich um so genannte Verkehrssicherungsmaßnahmen handelt. Die jetzt erfolgten Arbeiten wurden bereits im vergangenem Herbst in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde geplant. "Ein Zusammenhang mit der Dammsanierung besteht nicht", bekräftigte die WSA-Mitarbeiterin ihre Erläuterungen.

Das Planfeststellungsverfahren könnte aktuell allerdings überraschend auf der Kippe stehen. Als anerkannter Verein für den Naturschutz ist der Landesjagdverband MV für die Genehmigung des Planfeststellungsverfahrens anzuhören. Das sei nicht geschehen, heißt es von der Geschäftsführung. Zwar wurde seitens des WSD Magdeburg auf die Dammsanierung hingewiesen, jedoch habe es keine Information über das Vorhaben gegeben, Bäume zu fällen. Das habe man erst durch die Presse erfahren, so die Auskunft vom Landesjagdverband. Jetzt soll nachgebessert werden, in dem ein gemeinsamer Vor-Ort-Termin Mitte März anberaumt worden ist, um Grundsätzliches zu klären. Ein Termin mit einem völlig offenen Ausgang, so die Landesjagdbehörde.

Das Aufeinandertreffen von einer Handvoll Umweltschützer und WSA-Mitarbeitern am Störkanal war gestern Früh kurz, aber heftig. Zu sehr waren Protestführer Ottmann und seine Begleiter davon überzeugt, dass diese Baumpflegemaßnahmen ausschließlich Mittel zum Zweck sind. Ottmann kritisierte gegenüber dem Verantwortlichen der Gruppe, dass kerngesunde Bäume verstümmelt und sogar gefällt worden wären.

Mit im Boot der Gegner dieser Dammsanierung entlang eines Teilstücks der Müritz-Elde-Wasserstraße und des Störkanals ist die Grünen-Landtagsabgeordnete Silke Gajek. Die Nachricht über mögliche Baumfällungen zum Zwecke der Dammsanierung habe sie völlig überraschend getroffen. Sie erinnerte in ihrer Mitteilung, dass die für das Großbauvorhaben federführende Wasser- und Schifffahrtsdirektion Magdeburg zugesagt hatte, die gesamte Maßnahme nochmals eingehend zu prüfen.

Das war am 23. Januar. Silke Gajek rügte zudem, dass dieses jetzt an den Tag gelegte Verhalten wenig mit Transparenz und Bürgerbeteiligung in Verbindung zu bringen ist.

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