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Aufforstung im Forstamt Karbow im vollen Gang : Geburtsstunde eines neuen Waldes

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Wolf-Roman Plickat legt in diesem Frühjahr mit seinen Mitarbeitern nahe Zachow einen Wald komplett neu an. Auf rund 2,4 Hektar Land kommen Bäume in den frisch gepflügten Boden.

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erstellt am 26.Apr.2011 | 11:53 Uhr

Es ist wohl der Traum jedes Försters: Wolf-Roman Plickat legt in diesem Frühjahr mit seinen Mitarbeitern nahe Zachow einen Wald komplett neu an. Auf rund 2,4 Hektar Land, das bisher als Weide genutzt wurde, kommen Erlen, Eichen, Kiefern und Sträucher in den frisch gepflügten Boden. Dafür müssen rund 15 000 Löcher gebohrt und entsprechend viele Jungbäume gesetzt werden. Zu den sechs Forstleuten, die diese schwere Arbeit bewältigen, gehört auch die 50-jährige Marita Böcker, die in Marnitz zu Hause ist und als einzige Frau im gesamten Forstamtsbereich diesen Männer-Job erledigt. "Gut hundert Jahre wird es dauern, bis in diesem Wald stattliche Bäume gefällt werden können. Wir erledigen eine Arbeit, die künftigen Generationen zu Gute kommt", betont Revierförster Wolf-Roman Plickat. Er würde sich wünschen, dass so wie hier nahe Zachow sein etwa 2000 Hektar großes Revier weiter Zuwachs bekommt. Die Weichen sind dafür schon gestellt. Vor rund vier Jahren hat das Forstamt eine frühere Baumschule am Dorfrand von Tessenow aufgekauft. Nachdem nun fast alle der vor längerer Zeit angepflanzten Ziersträucher vermarktet worden sind, wird parallel auf den 15 Hektar bereits ein neuer Mischwald aus der Taufe gehoben. "Wir sind immer auf der Suche nach geeigneten Flächen, um den Waldanteil zu vermehren. Landwirte, die Boden auch minderer Qualitäten abgeben wollen, sind bei uns willkommen", sagt der Forstmann.

Nach Windbruch Aufforstung in rekordverdächtigem Umfang

In den Revieren des Forstamtes Karbow werden in diesem Frühjahr neue Bäume auf rund 105 Hektar gepflanzt. "Das ist eine rekordverdächtige Menge und etwa doppelt so viel wie in früheren Jahren", sagt Plickat. Nachdem im Vorjahr im Revier Retzow ein verheerender Sturm 120 Hektar Wald zerstört hat, werden alleine hier in diesem und im nächsten Jahr jeweils 60 Hektar aufgeforstet. Dafür werden immerhin bis zu 100 000 Jungpflanzen benötigt.

Bei den Neupflanzung en steht der Umbau zum Mischwald im Vordergrund. "Wir haben schon viel erreicht. Der Wald der Zukunft ist eine Art Gemischtwarenhandel und die richtige Antwort auf die Veränderung der Umwelt und der klimatischen Verhältnisse", meint der Forstexperte.

Rund 40 000 zwei Jahre alte Buchen hat eine Forstbaumschule aus Schorfheide in Brandenburg für den Wald im Poitendorfer Revier geliefert. Die rund 50 Zentimeter großen Stecklinge müssen in aufwändiger Handarbeit mit dem Spaten eingegraben werden. Ob der Plan aufgeht, hängt nun ganz wesentlich vom Wetter ab. "Wir hoffen, dass es bald regnet. Das wäre für unsere Wälder ein Segen. Ein trockenes Frühjahr wir vor zwei Jahren können wir nicht schon wieder gebrauchen", sagt Plickat.

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