Gebt Acht auf den Wolf!

Der Wolf fühlt sich wohl in der Lübtheener Heide. Seit 2008 werden regelmäßig Spuren und Losungen von ihm gesichtet.Archiv
Der Wolf fühlt sich wohl in der Lübtheener Heide. Seit 2008 werden regelmäßig Spuren und Losungen von ihm gesichtet.Archiv

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16. April 2010, 05:01 Uhr

Lübtheen | Er hat sich offenbar eingelebt in der Griesen Gegend. Seit März 2008 stoßen Förster, Waldarbeiter und auch Jäger immer mal wieder auf seine Spuren. Der Wolf ist geblieben und nicht - wie Experten vermuteten - auf der Wolfsroute von Polen nach Frankreich weitergezogen. "Wir haben Nachweise dafür, dass sich der Wolf dauerhaft bei uns niedergelassen hat", sagt Norman Stier aus Kogel. Der Wildbiologe betreut das Wolfsmonitoring in Mecklenburg-Vorpommern, sammelt und dokumentiert alle Hinweise auf Wölfe in der Region. Seit März stehen ihm dafür im Landkreis Ludwigslust zusätzlich fünf ausgebildete Wolfsbetreuer zur Seite. Steffen Below, Gerd Franke, Matthias Weber, Dagmar Winkelmann und Marcel Pommerencke gehören zu den insgesamt 43 Wolfsbetreuern in MV, die durch das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) für das Wolfsmonitoring eingesetzt werden. "Ihre Schulung ist eine erste Umsetzung des ersten Wolfsmanagementplans des Landes", informiert Norman Stier. "Sie haben gelernt, Spuren, Losungen und Beuterisse zu erkennen und in Vorträgen jede Menge Hintergrundwissen rund um den Wolf erfahren."

Jetzt zählt die Mitarbeit aller. Jeder, der auch noch so kleine Hinweise auf die Anwesenheit des Wolfes entdeckt, wird gebeten, sich an die Wolfsbetreuer zu wenden. Norman Stier: "Für den Erfolg des Monitorings sind wir auf die Meldungen möglichst vieler Wolfshinweise angewiesen. Risse, zu denen der Wolf oft wiederkehrt, ermöglichen den Einsatz von Fotofallen. Außerdem können wir daraus wichtige nahrungsökologische Daten erheben."

Fotos von dem Wolf aus der Griesen Gegend gibt es bisher noch keine. Zwar tragen Jäger jetzt öfter Kameras bei sich und es gebe auch eine Fotofalle an einem Waldweg, aber noch sei es nicht gelungen, das Tier auf Video oder Foto festzuhalten.

Norman Stier hat kurz vor Ostern die letzte frische Losung des Wolfes gefunden. Dass der Kot von einem Wolf stammt, erkennt er auf den ersten Blick. "Meist finden wir darin Haarbüschel von Wild, Zähne, Knochenstücke und sogar ganze Hufe", sagt er. Außerdem setzen Wölfe ihre Losung an ganz speziellen Punkten, wie zum Beispiel Wegkreuzungen, um ihr Revier zu markieren. Mit dem Wolfsmanagement-Plan will das Land den Umgang mit den Raubtieren regeln und ein konfliktfreies Nebeneinander von Wolf und Mensch fördern. So werde Geld für Schadensausgleich und Prävention bereitgestellt. Finanzielle Mehrbelastung für zusätzliche Herdenhunde und Schutzzäune sollen vom Land gefördert werden. Bis Ende 2009 gab es landesweit elf Schadensfälle, allein drei Mal davon in der Griesen Gegend.

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