Gauner heben Geld in Marokko ab

Kunden einer Bank sind offenbar Opfer von Betrügern geworden. Von ihren Konten sollen Geldbeträge von Marokko aus abgehoben worden sein. Die Volks- und Raiffeisenbank eG bestätigte, dass Kunden ihres Hauses betroffen sind. Ein Geldautomat in Rehna sei zuvor von einer organisierten internationalen Bande manipuliert worden. Die Polizei mahnt zur Vorsicht.

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13. Dezember 2008, 06:33 Uhr

"Wir wissen, dass es offenbar vom 7. bis zum 9. November Manipulationen gegeben haben muss. Dabei sind etwa 20 Bankkunden geschädigt worden", sagt Klaus Wiechmann von der Polizeidirektion Schwerin. Schätzungen zufolge dürfte der Gesamtschaden in die zehntausende Euro gehen. Da nicht auszuschließen sei, dass mit EC-Karten-Doubletten weitere Geldabbuchungen aus dem Ausland vorgenommen wurden oder noch werden könnten, rät die Polizei zur Vorsicht.

Die Volks- und Raiffeisenbank eG Wismar bestätigte gestern, dass Kunden ihrer Rehnaer Geschäftsstelle betroffen sind. "Es wurden mehrere Verfügungen im Ausland getätigt. Da sich unsere Kunden nicht im Ausland aufhielten, war klar, dass es sich um einen Skimming-Vorfall handelt", teilte die Genossenschaftsbank mit. Beim so genannten Skimming können die Täter mit Hilfe von Doubletten und den kopierten Kartendaten sowie der ausgespähten Geheimzahl im Ausland Verfügungen vornehmen.

Damit Kunden kein weiterer Schaden entstehen konnte, reagierte die VR Bank umgehend. Vorsorglich wurden alle EC-Karten, die während des Schadenszeitraumes, benutzt worden sind, gesperrt. Entstandene Schäden seien bereits komplett von der Bank übernommen worden. "Unsere Kunden erhalten dazu ein persönliches Anschreiben", so Susanne Bentin von der VR-Bank.

Die Polizei geht davon aus, dass über der Zahlentastatur einer Minikamera zum Ausspionieren der Geheimnummer angebracht war. Denn ohne Pinnummer sind die Daten des Magnetstreifens wertlos. "Wer Geld an einem Automaten abheben will, sollte unbedingt darauf achten, ob eine Minikamera über der Tastatur angebracht ist. Auf jeden Fall ist es ratsam, die Tastatur bei der Zahleneingabe mit einer Hand, einer Geldbörse oder einer Tasche zu verdecken", sagt Klaus Wiechmann von der Polizeidirektion Schwerin.

Durch das Ausspionieren von geheimen Daten sind nicht zum ersten Mal Bankkunden in Westmecklenburg geschädigt worden. Bereits vor zwei Jahren traf es ein Kreditinstitut in Schwerin. Damals hoben die Täter von Frankreich aus Geld von etwa 80 Schweriner Konten ab. Dass niemand vor einer möglichen Manipulation eines Geldautomaten gefeit ist, das machte vor kurzem auch das Vorstandsmitglied der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest, Horst-Dieter Hoffmann, deutlich. Auch er riet Kunden, besonders wachsam zu sein bei der Benutzung von Geldautomaten und Auffälligkeiten umgehend Mitarbeitern der jeweiligen Bank oder Sparkasse zu melden.

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