Gasversorger erhöhen im Oktober Preise - auch Kunden in MV betroffen

von
28. September 2008, 06:26 Uhr

Heidelberg/Schwerin - Pünktlich zum Beginn der Heizsaison ziehen viele Gasversorger in Deutschland kräftig ihre Preise an. Nach Angaben der Verbraucherportale Verivox in Heidelberg und Toptarif in Berlin erhöhen mehr als 300 Anbieter zum 1. Oktober ihre Preise im Durchschnitt um rund 15 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern sind demnach die Kunden von zehn Anbietern betroffen. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um die Energieversorgung Schwerin, die Gasversorgung Wismar Land, die Versorgungsbetriebe Elbe sowie die Stadtwerke Rostock, Wismar, Pasewalk, Ribnitz-Damgarten, Ludwigslust-Grabow und Torgelow sowie um die Gasversorgung Grevesmühlen.
Durch die Preiserhöhungen um durchschnittlich 15 Prozent zahle eine Familie mit einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden (kWh) durchschnittlich zwischen 213 und 223 Euro mehr im Jahr für Gas, berichten die beiden Verbraucherportale. Bereits im August und September hatten etwa 260 Anbieter ihre Preise angehoben, darunter auch zehn in Mecklenburg-Vorpommern.
Mit dem stärksten Preisanstieg müssen Verivox zufolge die Kunden der Vereinigten Stadtwerke in Schleswig-Holstein rechnen. Das Unternehmen erhöht seine Preise um mehr als 30 Prozent, was sich auf der Gasrechnung mit jährlich 392 Euro mehr niederschlägt. Relativ glimpflich kommen die Kunden der Stadtwerke Hockenheim in Baden- Württemberg davon: Sie müssen von Oktober an 1,3 Prozent oder 17 Euro mehr im Jahr berappen.
In Mecklenburg-Vorpommern müssen Verivox zufolge vor allem die Kunden der Stadtwerke Rostock tiefer in die Tasche greifen. Die Preise dort erhöhen sich den Angaben zufolge um 26,7 Prozent. Die Energieversorgung Schwerin nimmt Verivox zufolge 11,6 Prozent mehr, die Stadtwerke Ludwigslust-Grabow 18,9 Prozent, die Stadtwerke Torgelow erhöhen die Preise um 17,7 Prozent.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begründet die Preiserhöhungen mit der gestiegenen Nachfrage nach Energie auf den Weltmärkten. „Vor allem der Energiehunger in China und Indien erhöht den Druck auf die Preise weltweit“, sagte ein BDEW- Sprecher in Berlin. Nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle seien die Einfuhrpreise für Erdgas im Juli 2008 um 46,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen, erklärte der Sprecher. „Die Zeit billiger Energie ist erst einmal vorbei.“
Die Bundesverbraucherzentrale in Berlin kritisiert vor allem den fehlenden Wettbewerb auf dem Gasmarkt. „Der Verbraucher ist den Gaspreisen quasi hilflos ausgeliefert“, sagte der Energieexperte Holger Krawinkel in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Weil der Markt so undurchsichtig sei, könnten die Verbraucher die Preise der verschiedenen Anbieter kaum vergleichen. Auch ein Wechsel des Versorgers sei oft nicht möglich, da es in vielen Regionen keine Konkurrenten gebe. Krawinkel empfiehlt den Verbrauchern daher, auf erneuerbare Energien oder Fernwärme umzusteigen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen