Landesbetrieb saniert Bundesstraße : Gastwirte fürchten Ausbau der B 195

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Zwischen Lenzen und der Grenze zu Mecklenburg wird 2011 die Bundesstraße 195 erneuert. Im Frühjahr will der Landesbetrieb für Straßenwesen beginnen. Hoteliers, Gastronomen und Unternehmen befürchten Umsatzrückgänge.

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19. November 2010, 07:45 Uhr

Lenzerwische | Zwischen Lenzen und der Grenze zu Mecklenburg wird 2011 die Bundesstraße 195 erneuert. Im Frühjahr will der Landesbetrieb für Straßenwesen beginnen. Hoteliers, Gastronomen und Unternehmen, die an der Bundesstraße und von der freien Zufahrt über die B 195 existieren, befürchten Umsatzrückgänge in Größenordnungen.

Frank Schmidt, zuständig für die Planungen im Landesbetrieb, versichert: "Wir nehmen so viel Rücksicht wie möglich, werden Ostern, Pfingsten und an anderen Feiertagen die Zufahrten zu Pensionen, Hotels und Restaurants über die Bundesstraße gewährleisten." Das hat der Vertreter des Landesstraßenbetriebes in dieser Woche auch den Gewerbetreibenden gesagt, die sich - initiiert von der Prignitzer Industrie- und Handelskammer - mit ihm in Wootz trafen. "Wir wollten rechtzeitig informieren, damit sich die Betroffenen auf die Situation einstellen können", sagt Schmidt.

Ute Dreßler vom Restaurant und Hotel "Alte Fischerkate" in Mödlich ist, wie zahlreiche ihrer Berufskollegen, mit derartigen Zusagen nicht geholfen. "Wenn die B 195 gebaut wird, sind wir völlig abgeschnitten. Wir sind nur noch über Wirtschaftswege zu erreichen." Auf Zufallsgäste könne man überhaupt nicht mehr zählen. Die Geschäftsfrau ist empört, dass der Landesbetrieb auf eine Vollsperrung besteht. "Warum regelt man die Durchfahrt nicht per Ampel ?"

Frank Schmidt hält gegen: "Wir haben nur eine Fahrbahnbreite von 5,50 Metern. Bauen und Fahren gleichzeitig, das gibt der Arbeitsschutz nicht her." Der Landesbetrieb bot den Betroffenen an, sie könnten Schilder aufstellen, die auf Gaststätten und Beherberger hinweisen. "Das ändert nichts daran, dass Gäste ausbleiben", ist Ute Dreßler überzeugt.

Die Sperrung sei das Problem. "Als im April vergangenen Jahres nur ein Abschnitt voll gesperrt war, haben wir das sofort an den Gästezahlen gespürt", sagt die Geschäftsfrau. Gebaut werden soll 2011 vom Frühjahr bis in den Oktober hinein. "Das ist die schöne Zeit, in der wir als Gastronomen das Geld verdienen", argumentiert Ute Dreßler. Sie befürchte einen Rückgang von 60 Prozent. Das sei auch im Interesse der Beschäftigten, "die richtig Angst haben", nicht hinzunehmen. Ute Dreßler sprich für viele Anlieger an der Bundesstraße wenn sie erwartet, dass die Pläne überarbeitet werden. Das Regionalcenter der IHK unterstützt die Gewerbetreibenden. Marion Talkowski sagt: "Wir erwarten beispielsweise, dass der Landesbetrieb ein ordentliches Beschilderungskonzept erarbeitet, damit die Gewerbebetriebe zu finden sind."

Frank Schmidt sieht keine Chance, etwas anders zu planen. Man werde die Bundesstraße in zwei großen Abschnitten voll sperren müssen: von Lenzen bis Mödlich und dann von Mödlich nach Mecklenburg heran. "Sind wir mit dem Ausbau durch, haben die Leute eine super Straße vor der Tür." Keinen Zweifel lässt Schmidt daran, dass die B 195 erneuert werden muss. An einigen Stellen sei nach der Wende der Asphalt quasi auf blanken Sand aufgetragen worden.

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