Gasexplosion bei Backfisch-Udo

Eine Explosion ereignete sich gestern kurz vor 6 Uhr morgens auf dem Kutter der Firma Backfisch-Udo Am Strom. Ein lautstarker Knall und eine große Flamme waren weithin hör- beziehungsweise sichtbar. Feuerwehr und Rettungskräfte waren im Einsatz.

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28. Mai 2008, 08:58 Uhr

Warnemünde - Aus dem Tiefschlaf schreckte Familie Möller gestern kurz vor 6 Uhr. „Es war ein derart lauter Knall, dass ich senkrecht im Bett saß. Unser vierjähriger Alexander kam ganz verängstigt zu uns ins Schlafzimmer gelaufen“, erzählt Rainer Möller, der Am Strom zu Hause ist. „Als ich aus dem Fenster schaue, sehe ich auf dem Kutter gegenüber eine Riesenflamme. Da bin ich gleich zum Telefon, habe die 110 gewählt und gesagt, dass der Kutter brennt“, erinnert sich der Fahrgastschiffunternehmer an die gestrigen Schrecksekunden.

Zwei Feuerwehren und ein Rettungswagen rückten an. Auch der Hafenmeister und die Wasserschutzpolizei waren vor Ort. „Zunächst ging nur einer der Feuerwehrmänner an Bord, hat sich umgeschaut, bevor seine Kollegen mit einem kleinen Wasserstrahl dem inzwischen nicht mehr so großen Feuer zu Leibe gerückt sind“, schildert Rainer Möller. An Bord sah es chaotisch aus, da durch die Druckwelle viele Dinge umher geschleudert worden seien.

„Glücklicherweise ist die Explosion nicht am Tage passiert, so dass kein Mensch Schaden genommen hat. Weder unsere Angestellten, noch unsere Kunden sind betroffen“, sagt Guido Rössler, dessen Bruder Tilo der Chef des Unternehmens ist. Die Mitarbeiter haben morgens beim Aufräumen geholfen, denn durch den immensen Druck war alles an Bord, was nicht niet- und nagelfest war, durch die Luft geflogen.

Nach ersten Ermittlungen gehen die Fachleute der Kripo davon aus, dass Gas aus einer undichten Flasche ausgeströmt ist, die mit weiteren Flaschen in einer Kühlzelle lagerte. Durch einen elektrischen Schaltvorgang, so die Ermittler, habe sich das Gas entzündet, so dass es zur Explosion kam. In deren Folge brach die Tür der Kühlzelle auf. Einbruchspuren jedenfalls seien nicht gefunden worden.

Die Kühlzelle, so Guido Rössler, habe es in alle Bestandteile zerlegt. Den Schaden schätzt er etwa auf 3000 Euro. „Das bekommen wir alles wieder hin“, zeigt sich der junge Mann froh über den glimpflichen Ausgang. Neben dem Backfisch-Udo-Team waren auch Mitarbeiter anderer Firmen im Einsatz, um die Spuren der Explosion zu beseitigen. „Für uns war das heute Morgen ein schneller Zusatzauftrag“, sagt Daniel Schmidt von einer Planen-Firma aus Neu-Roggentin. Die beiden Männer haben die beschädigte Plane, die die Beschäftigten auf dem Kutter vor Wind und Wetter schützt, repariert.

„Wir hoffen, in wenigen Stunden wieder unsere Fischspezialitäten auf unserem Kutter verkaufen zu können“, gibt sich Guido Rössler optimistisch.

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