Ganze Arme transplantiert

Einer der transplantierten Arme des Patienten. Foto: dpa
Einer der transplantierten Arme des Patienten. Foto: dpa

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01. August 2008, 07:45 Uhr

München - Mehr als 15 Stunden hat der hoch komplizierte Eingriff gedauert, fünf Operationsteams waren gleichzeitig im Einsatz. Die weltweit erste Transplantation von zwei kompletten Armen ist Medizinern am Münchner Klinikum rechts der Isar gelungen. Eine Woche nach dem Eingriff gehe es dem Patienten „den Umständen entsprechend gut“, teilten die Ärzte gestern mit. Bei einem Arbeitsunfall waren dem 54-jährigen Landwirt vor sechs Jahren beide Arme abgerissen worden.

Finger, Hände und Unterarme werden weltweit schon seit längerem erfolgreich transplantiert – mit der Verpflanzung von zwei kompletten Armen betraten die Münchner Mediziner jedoch Neuland.
Dem spektakulären Eingriff gingen jahrelange Vorarbeiten voraus. Zwar hatten die Chirurgen bereits Erfahrungen mit der Transplantation von Rattenbeinen und in anderen Tierversuchen mit Hunden gesammelt. Aber die komplizierte Transplantation hat man zuvor auch noch mit zwei Leichen aus der Anatomie der Klinik bis ins Detail üben müssen.

Dann musste nur noch ein männlicher Spender gefunden werden, der bei Alter, Hautfarbe, Größe und Blutgruppe zum Empfänger passte. Am Abend des 25. Juli war es soweit: Die Angehörigen eines Verstorbenen willigten in die Transplantation ein. Damit begann der Wettlauf der Ärzte mit der Zeit. Denn auch in gekühltem Zustand behält das Gewebe des Spenders ohne Durchblutung nur wenige Stunden seine volle Funktionalität. Hinzu kam, dass der Spender erheblich größer war als der Empfänger. Die Knochen mussten daher in der richtigen Länge abgeschnitten werden.

Wegen des langsamen Wachstums der Nervenzellen wird erst in knapp zwei Jahren feststehen, ob der Mann auch in den Händen wieder ein normales Gefühl haben wird.

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