Sonnenstrom vom Schuldach : Gammelin sucht sich neue Energien

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Der neue Stolz der Gemeinde arbeitet seit einigen Tagen und ist für die meisten nicht sichtbar. Es geht um 93 kristalline Module, die auf dem Dach der Schule montiert sind und bereits ihren ersten Strom liefern.

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21. Dezember 2010, 11:16 Uhr

Das sind 190 Watt pro Modul oder im Jahr über den Daumen und je nach Sonneneinstrahlung 16 000 Kilowattstunden, mehr als die Schule benötigt. Ein Teil des umgewandelten Sonnenlichtes wird dann auch im Gebäude direkt genutzt, ein Teil wird ins Stromnetz eingespeist. Gut 60 000 Euro hat die Aktion gekostet, das Geld kam von der Gemeinde. Dank der Einsparungen und Vergütungen wird sich diese Investition in einigen Jahren gerechnet haben. Und Gammelin will sein neues Stromkraftwerk nicht verstecken. Zusammen mit der Firma "Ja-Solar" aus Kritzow soll das System so hoch gerüstet werden, dass z. B. die Schüler im Computerkabinett jederzeit ablesen können, wieviel Strom gerade umgewandelt, eingespeist oder selbst verbraucht wird. Ein entsprechendes Display wird darüber auch die Besucher der Schule informieren. Für Bürgermeister Manfred Kebschull ist die Anlage auf dem Schuldach nur ein Puzzleteil von vielen auf dem Weg zum Öko-Energiedorf. "Bei den meisten hat es leider noch nicht Klick gemacht, sie setzen weiter auf Gas oder Öl, doch das ist nicht die Zukunft, kann sie nicht sein." Kebschull hatte zur offiziellen Einweihung der Anlage im Dezember gleich zu einer Art Zukunftsrunde in die Schule eingeladen. Denn ehrgeizig will Gammelin nicht nur bei den Dorfwettbewerben sondern auch in Sachen Zukunft sein. Nicht umsonst gibt es einen auf zehn Jahre angelegten Dorferneuerungsplan. Den hat Planer Rüdiger Metelmann von "dänekmap & partner" maßgeblich entworfen, nun steht die Umsetzung an. Eine erste Etappe soll am 15. Januar abgeschlossen werden, wenn im Ortsteil Bakendorf der Begegnungs- und Erlebnisplatz eingeweiht werden soll. Weitere Projekte sollen folgen, doch ganz oben auf der Liste steht die Suche nach neuen Energiequellen. Die Chance dafür bietet sich mit der nagelneuen Biogasanlage, die nahe Presek entstanden ist. Von dort aus könnte z. B. eine Biogasleitung nach Gammelin gelegt werden. Im Dorf selbst würde ein Blockheizkraftwerk dieses Gas dann verwerten, und viele Haushalte könnten von der Wärme profitieren. Soweit die Überlegung, doch wenn das klappen soll, müssen die Bürger überzeugt werden. Und da zählen Fakten, Preise, Verfügbarkeit und nicht zuletzt Versorgungssicherheit. Bürgermeister Kebschull hält das alles für lösbar und will die Sache mit seiner Gemeindevertretung angehen.

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