Gadebuscher Stadtväter gehen auf Distanz zum blauen Pegasus

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15. April 2008, 07:54 Uhr

Gadebusch Michael Schmidt„Was sollen wir mit Pegasus? Wir diskutieren das Thema nicht mehr ernsthaft, sonst fängt man an, sich zu ärgern“, sagt Stadtpräsidentin Luise Krüger. In fünf Tagen sollen Stadtvertreter über eine Vorlage abstimmen, wonach sich die Stadt von Pegasus trennen wird. Das Pferd mit Flügeln könnte dem Pegasus-Verein als Dauer-Leihgabe zur Verfügung gestellt werden. Eine Zustimmung gilt als wahrscheinlich. Denn sowohl die Mitglieder des Kultur- und Sozialausschusses als auch des Finanz- und des Hauptausschussen votierten bereits mehrheitlich für die kostenlose Dauerleihgabe.
Mit dieser Lösung würden Stadtvertreter halbwegs das Gesicht wahren. Denn sie waren es, die für den Ankauf von Pegasus Steuergelder in vierstelliger Höhe freigaben. Inzwischen, so Stadtpräsidentin Krüger, habe sich das Bild gewandelt. „Die Mehrheit der Stadtvertreter ist damals von dem Projekt überfahren worden. Einige, die damals mit Ja votierten, vertreten heute eine andere Auffassung“, sagt Krüger.
Andreas Kruse vom Kunst- und Kulturverein Pegasus äußerte sich im Vorfeld der Stadtvertretersitzung zurückhaltend über die in Aussicht gestellte Dauerleihgabe. Zuviel Kritik war auf ihn eingeprasselt und er fühlt sich missverstanden. „Unser Anliegen war es, ein Werbeobjekt für Gadebusch anzuschaffen und daraus keine Sagenfigur für die Stadt oder ein Maskottchen für unseren Verein zu machen. Die zum Teil kontroversen Reaktionen zeigen doch, welche Aufmerksamkeit das Pferd mit Flügeln erregt.“ Den Vorwurf, eine aus Steuergeldern finanzierte Werbefigur für den Kunst- und Kulturverein ergattern zu wollen, weist er zurück. Kruse könne sich nach wie vor vorstellen, dass Pegasus auf einem Ponton auf dem Burgsee installiert werde und dort die Blicke von Einheimischen und Besuchern auf sich zieht.
Beim Bau eines Pontons und bei der mögliche Installation einer Beleuchtungsanlage braucht Kruse wohl nicht mehr mit der Unterstützung der Agbgeordneten rechnen. „Nach meiner Einschätzung ist kein Stadtvertreter mehr bereit, weiteres Geld für Pegasus auszugeben. Befürworter haben im Nachhinein ihre Zustimmung bedauert“, sagt Bürgermeister Ulrich Howest.
Im Februar war das Pferd mit Flügeln in Gadebusch gelandet. Es stand zuvor in Diensten der Residenzstadt Rastede. Dort fungierte es als Werbeträger für eines der größten Reitturniere Europas: das Oldenburger Landesturnier. Als es dort nicht mehr gebraucht wurde, fanden die Tourismus-Profis aus Niedersachsen einen Abnehmer in Mecklenburg. Sie wollten ursprünglich 1800 Euro für den blauen Schönling haben. Als sich in Gadebuscher herausstellte, dass das Pferd einen Makel hat – ein 30 Zentimeter langer Riss am Leib – konnte die Verwaltung den Kaufpreis auf 1000 Euro herunter handeln. „Ein Rücktransport wäre wohl noch teuer geworden“, sagt Howest.

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