Fußball-Partie hat ein böses Nachspiel

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15. Juni 2008, 07:41 Uhr

Bützow - Acht verletzte Polizeibeamte, zehn Anzeigen wegen des Verdachtes auf Landfriedensbruch, zwei Haftprüfungen – das ist das Ende eines Fußballspiels. Was Insider befürchten, ist eingetroffen. Das Landesliga-Spiel zwischen den Kickern des TSV Bützow und der SG Dynamo Schwerin am Freitagabend dauerte weit länger als die 90 Minuten und hat auch noch ein böses Nachspiel.

Bis Sonnabendmorgens um 2 Uhr dauerte der Einsatz der rund 100 Beamten, sagt Bützows Polizei-Chef Norbert Nissen. Denn nach dem Spiel stiegen nicht alle Dynamo-Fans sofort in den Zug. Viele hielten sich noch im Bahnhofsviertel auf. Aber nicht nur die Schweriner, sondern auch Bützower Fans. „Wir hatten es mit 60 Leuten zu tun. Und aus den Bützower Reihen flogen Steine“, sagt Nissen. Acht Beamte wurden verletzt. Zehn Personen nahm die Polizei fest wegen des Verdachtes auf Landfriedensbruch. „Zwei Männer aus dem Bützower Block saßen Sonnabendfrüh noch immer in Gewahrsam. „Der Staatsanwalt prüft, ob die Männer im Haft bleiben“, erklärt Nissen.

Karl Bittmann, Vorsitzender des TSV Bützow, ist sprachlos als er gestern von den Verfällen erfährt: „Ich habe davon noch nichts gehört. Aber es ist egal, wer angefangen hat. Das sind keine Fußballfans, sondern Menschen, die es nur auf Krawalle abgesehen haben. Ich weiß nicht, was in diesen Köpfen vorgeht“, sagt Bittmann. Wenn das Normalität werde, dann sollte man mit dem Sport ganz aufhören, ringt der TSV-Chef um Worte. Es können nicht sein, dass in dieser Liga hunderte von Beamte für die Sicherheit sorgen müssen.

Zunächst sah alles so aus, als sollten die vor dem Spiel befürchteten Krawalle ausbleiben. Mit einem massiven Polizeiaufgebot wurden die als gewaltbereit geltenden Dynamo-Fans ab Schwerin begleitet. In Bützow eskortieren die Beamten die Schweriner vom Bahnhof zum Sportplatz an der Vierburg. Dort wurden die Fans aus Schwerin und Bützow getrennt. Das Spiel verlief auf dem Platz und am Rande friedlich. Bis kurz vor dem Abpfiff. Da stand fest, dass Schwerin trotzt des 3:0-Sieges nicht aufsteigt, weil Warnemünde parallel ebenfalls gewonnen hat. Flaschen und Steine fliegen in Richtung TSV-Fans und Polizei. Die erste Flasche soll aber aus dem TSV-Block gekommen sein, berichten mehrere Zuschauer (SVZ berichtete). Später eskaliert die Situation im Bahnhofsbereich.


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