Fußball-Fest fand böses Ende

Sie wollten auf dem Marienplatz den Streit zwischen Jugendlichen schlichten und wurden selbst Opfer der Gewalt: Zwei Polizisten sind nach der Übertragung des Fußballspiels Deutschland-Österreich am späten Montagabend angegriffen und verletzt worden. Drei Tatverdächtige im Alter zwischen 18 und 20 Jahren wurden vorläufig festgenommen. Trotz des Zwischenfalls wollen Polizei und Veranstalter des Public Viewing auf dem Markt an ihrem bisherigen Sicherheitskonzept festhalten.

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17. Juni 2008, 06:14 Uhr

Schwerin - Rund 1000 Fußball-Fans waren am Montagabend auf den Markt gekommen, um auf der großen Video-Leinwand das Spiel zwischen Deutschland und Österreich zu verfolgen. Sie erlebten ein friedliches und – dank des goldenen Tores von Michael Ballack – auch fröhliches Fußball-Fest.

Gegen 23.45 Uhr geschah dann das Unfassbare: Zwei Polizeibeamte, die nach der Public-Viewing-Veranstaltung einen Streit zwischen zwei Fans auf dem Marienplatz schlichten wollten, wurden von anderen Personen angegriffen und verletzt. Klaus Wiechmann, Sprecher der Polizeidirektion Schwerin: „Als die Beamten die beiden Streithähne gerade voneinander getrennt hatten, sind sie grundlos von einer Gruppe Umherstehender mit Schlägen und Tritten traktiert worden. Dabei erlitten die Beamten Prellungen und Hautabschürfungen.“ Um sich zu wehren, hätten die angegriffenen Polizisten ihr Pfefferspray eingesetzt, so Wiechmann. „Unter Hinzuziehung weiterer Polizeibeamter konnte die Situation wenig später unter Kontrolle gebracht werden.“
Bilanz der tätlichen Auseinandersetzung: Die Polizei hat drei alkoholisierte Angreifer im Alter von 18 bis 20 Jahren vorläufig festgenommen. Gegen sie wird jetzt wegen Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Ingo Renk, Leiter des Schweriner Polizeireviers, dankte gestern noch einmal den zur Hilfe geeilten Kräften der Bereitschaftspolizei. „Wir haben so die Lage schnell in den Griff bekommen.“ Die verletzten Beamten des Reviers, 31 und 33 Jahre alt, könnten ihren Dienst weiter versehen.

An ihrem Sicherheitskonzept für das Public Viewing in der Innenstadt will die Polizei festhalten. „Unser Konzept ist sachgerecht“, betonte Renk trotz des Zwischenfalls am Marienplatz. So seien am Montagabend beim Deutschland-Spiel rund 50 Kräfte im Einsatz gewesen. „Die Veranstaltung auf dem Markt verlief ohne besondere Vorkommnisse“, so der Revierleiter. Laut Augenzeugen soll es allerdings auch während des Spiels schon vereinzelte Flaschenwürfe gegeben haben.

Martina Müller von der Stadtmarketing GmbH, Mit-Veranstalter des Public Viewing auf dem Markt, hält die bisherigen Sicherheitsmaßnahmen vor Ort für ausreichend: „Die Eingangskontrollen haben sich bewährt. Unsere Besucher fühlen sich überwiegend sicher.“

Keine Probleme mit der Sicherheit hat es nach Angaben der Veranstalter bislang auf
der Freilichtbühne gegeben. Das habe auch die Polizei anerkannt, so die Organisatoren, die morgen zum Viertelfinale bei kostenfreiem Eintritt zum Public Viewing einladen.

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