Für Krippenanbau kein Fördergeld

<fettakgl>Im Schatten lässt es sich besser spielen:</fettakgl> In der Lübesser Kita werden 50 Kinder, darunter 12 im  Krippenalter, betreut.<fotos>Pätzold</fotos>
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Im Schatten lässt es sich besser spielen: In der Lübesser Kita werden 50 Kinder, darunter 12 im Krippenalter, betreut.Pätzold

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23. Juli 2010, 05:32 Uhr

Lübesse | Einen Anbau an die Kindertagesstätte "Sonnenschein" hat die Gemeinde Lübesse schon seit mehr als zwei Jahren ins Auge gefasst. 120 000 Euro soll der Neubau kosten. Das Geld dafür kann die Kommune allein nicht aufbringen, sie stellte für dieses Jahr beim Landkreis Ludwigslust einen Antrag auf Zuwendung. Denn nach den Investitionsrichtlinien des Bundes zum bedarfsgerechten Ausbau von Kinderkrippenplätzen sind Förderungen möglich. Darauf setzte auch die Kommune.

Doch jetzt erhielt Lübesse einen Ablehnungsbescheid. Bürgermeister Dr. Reinhold Kunze hat dies mit "Unverständnis zur Kenntniss genommen". Mit diesem Anbau sollten sich die Bedingungen für die Kleinsten der Einrichtung verbessern, vor allem im sanitären Bereich. Denn hier erfüllt die Kita gerade mal die Mindestanforderungen. Das sollte sich mit dem Erweiterungsbau ändern. Insgesamt würde sich die räumliche Situation für Kinder und Erzieher erheblich verbessern, meint auch Angela Au, Leiterin der kommunalen Kita. 50 Mädchen und Jungen, darunter 12 Krippenkinder, besuchen die Einrichtung. "Wir sind voll ausgelastet. Es gibt mittlerweile sogar eine Warteliste, weil der Bedarf die Anzahl der Plätze übersteigt", erläutert Au.

Mehr Plätze aber sollen mit dem geplanten Krippenanbau nicht geschaffen werden, denn die Zahlen schwanken, können in einigen Jahren schon wieder anders aussehen. "Hier geht es eindeutig darum", so betont Bürgermeister Dr. Kunze, "für bessere Bedingungen zu sorgen." Er sieht es als eine Aufgabe der Kommune an, soziale Einrichtungen wie die Kita zu erhalten und nicht an freie Träger abzugeben, wie es teilweise andere Dörfer getan haben. Solche Einrichtungen gehörten seiner Auffassung nach in kommunale Verantwortlichkeit. Dass die Gemeinde Lübesse jetzt einen Ablehnungsbescheid für den Erweiterungsbau bekommen hat, will er so nicht hinnehmen. "Wir werden beim Fachdienst Jugend des Landkreises Ludwigslust Widerspruch einlegen", sagt er entschlossen. Seit 52 Jahren gibt es die Kita im Dorf, sie war immer in kommunaler Hand. Die Gemeindevertreter waren sich all die Jahre über einig, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten den Kindergarten stets gut auszustatten. "Schließlich sind die Kinder unsere Zukunft", betont Dr. Kunze. Und was hier von den Mitarbeiterinnen geleistet wird, kann sich sehen lassen. So ist Lübesse derzeit die einzig anerkannte Kneipp-Kita im Landkreis. Die außerordentlich gute Arbeit in dieser Kita hebt auch Petra Lampe vom Fachdienst Jugend des Landkreises Ludwigslust hervor. "Der Qualitätsanspruch ist hoch."

Der Krippen-Anbau sei grundsätzlich förderfähig, heißt es im Schreiben des Fachdienstes. Aber er konnte in diesem Jahr nicht auf die Prioritätenliste gesetzt werden, die der Jugendhilfeausschuss des Landkreises beschlossen hat. "Das Geld reicht nicht", erklärt Petra Lampe. In diesem Jahr lagen 17 Anträge aus dem Landkreis vor, berücksichtigt werden konnten sechs, diese finden sich auf der Prioritätenliste wieder. Oberstes Ziel sei es, solche Einrichtungen zu fördern, die zusätzliche Krippenplätze schaffen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten, erklärt Petra Lampe. Und in dieser Hinsicht gebe es im Kreis noch Engpässe in einigen Regionen, beispielsweise in den Städten Ludwigslust, Boizenburg und Zarrentin. Hier müssen die Fördermittel vorrangig eingesetzt werden.

Die Gemeinde will an ihrem Projekt, für das sie bei der Antragstellung auf Förderung bereits die Planung vorlegen musste, festhalten. Eine erneute Antragstellung ist im nächsten Jahr möglich, sagte Petra Lampe. Die Fördermöglichkeiten bleiben bis 2013 bestehen. Eine entsprechende Information hätte sich die Gemeinde im Ablehnungsbescheid gewünscht, betont Dr. Kunze.


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