Für Hallenprojekt fehlen Millionen

Wo einst die Mensa stand, wird das neue Sportinternat gebaut. Das alte wird danach abgerissen. Foto: Reinhard Klawitter
Wo einst die Mensa stand, wird das neue Sportinternat gebaut. Das alte wird danach abgerissen. Foto: Reinhard Klawitter

Mit dem Abriss der alten Mensa ist der Startschuss für das privat-öffentliche Projekt zur Neugestaltung des Lambrechtsgrunds gefallen. Doch noch steht die Finanzierung für das Millionenprojekt nicht. Insgesamt zwölf Millionen Euro muss die Stadt als Investitionszuschuss beisteuern.

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21. November 2008, 07:19 Uhr

Weststadt | Das so genannte Hallenprojekt soll den Lambrechtsgrund in ein Sport- und Veranstaltungszentrum verwandeln, das einer Landeshauptstadt würdig ist. Eine Volleyball-Halle für 2000 Fans, ein neues Sportinternat, mehr Platz für die Boxer, mehr Service für die Handballer: Schwerin hat große Pläne rund um die Sport- und Kongresshalle - und geht dabei neue Wege. Mit dem privaten Partner Heitkamp soll das Areal am Lambrechtsgrund wettbewerbsfähig gemacht werden. 22 Millionen Euro wollen Heitkamp und die Stadt investieren, die Stadt zahlt 25 Jahre lang zurück und bleibt Eigentümer.

Doch genau der städtische Anteil ist der Knackpunkt: insgesamt zwölf Millionen Euro muss die Stadt dazu geben. Die Fraktionsvorsitzenden der Stadtvertretung hatten mit dem Innenministerium einen Weg gefunden, trotz der finanziell dramatischen Situation der Landeshauptstadt das Projekt zu verwirklichen. Wenn die Stadt bis Mitte dieses Jahres acht Millionen Euro zusätzlich auftreibt, ist das Innenministerium angesichts der sportlichen Nutzung des Areals bereit, einen Sonderbedarfszuschuss in Höhe von drei Millionen Euro zu geben. Des Weiteren gäbe es die Möglichkeit, in den Jahren 2012 und 2013 jeweils 500 000 Euro aus dem Landeshauptstadtvertrag zwischen Schwerin und dem Land für das Hallenprojekt zu nutzen. Doch der Sommer ist vorbei, für die acht Millionen Euro der Stadt gibt es lediglich Ideen. Das Versprechen ans Land wurde nicht gehalten.

Entsprechend deutlich sind die Worte von Innenminister Lorenz Caffier (CDU). "Da ich im Interesse der Landeshauptstadt auf eine vollständige Erreichung der mit den Auflagen verbundenen Zielsetzungen bestehen muss, sind nachteilige Wirkungen für die Landeshauptstadt Schwerin nicht mehr auszuschließen", heißt es in einem Schreiben an Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke). Caffier will wissen, wie die Stadt die verabredeten acht Millionen Euro darstellen will. "Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass die Stadt dringend zum tatsächlichen, mit Ergebnissen verbundenen Handeln gezwungen ist."

Oberbürgermeisterin Gramkow betonte, die Zusammenarbeit sei konstruktiv und hilfreich. "Wir haben unsere Hausaufgaben nicht gemacht. Aber das Land sieht auch, dass ich erst kurze Zeit im Amt bin. Deshalb haben wir eine Fristverlängerung bekommen", sagte Gramkow. Nach ihrem Antrittsbesuch beim Innenminister würden die Gespräche fortgesetzt. Erst vergangenen Donnerstag waren Finanzdezernent Dieter Niesen und Dr. Matthias Kühne von der städtischen Beteiligungsverwaltung im Innenministerium.

"Wir werden im Januar sowohl dem Innenministerium als auch der Stadtvertretung einen Bericht vorlegen, wie und unter welchen Bedingungen die Ideen umgesetzt werden können, die die Stadtvertreter schon benannt haben, als es um die acht Millionen Euro ging", kündigte die Oberbürgermeisterin an. "Ich denke, dass wir die Summe durch Verkäufe von Grundstücken und Beteiligungen erzielen können." Im Gespräch sind verschiedene städtische Liegenschaften, eine Privatisierung der SAS und der Verkauf der Restbeteiligung der Stadt an den Helios-Kliniken. "Bis Juni 2009 müssen wir das Geld zusammen haben", so Gramkow.

Der von den Stadtvertretern am vergangenen Montag beschlossene Begleitausschuss soll Mitte nächsten Monats erstmals zusammen kommen. Gramkow: "Damit haben wir dann auch die Vertreter der betroffenen Sportvereine am Tisch und können das gesamte Verfahren noch transparenter gestalten."

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