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15. Dezember 2017 | 17:04 Uhr

Für ein neues Frauenbild

vom

svz.de von
erstellt am 07.Mai.2010 | 06:54 Uhr

Für welches Brandenburger Thema setzen Sie sich derzeit in Brüssel ein - und wie?
Schroedter:
Ich arbeite zurzeit an einem Initiativbericht des Europäischen Parlaments zu den Arbeitsmarktpotentialen in einer nachhaltigen Wirtschaft. Das bezieht sich unter anderem auf die neuen Branchen, die aus der Energiewende entstehen. Brandenburg ist mit seinen Clustern der Solarindustrie zwischen Uckermark und Frankfurt/Oder deutschlandweit, wohl auch europaweit eins der großen Zukunftszentren. Fragen wie solche: "Welche Rahmenbedingungen braucht eine solche Wirtschaft, damit die prognostizierten Arbeitsplätze auch wirklich entstehen?" oder "Wie können die Fachkräfte ausgebildet oder fortgebildet werden, auch die älteren Semester?" und "Kann man von dieser Arbeit gut leben?", stehen dabei im Mittelpunkt.

Die EU ist bemüht, wirtschaftliche und soziale Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten auszugleichen. Mit der neuen Förderperiode ab 2013 wird das noch deutlicher werden. Gerät Brandenburg angesichts weit schlechter gestellter Regionen damit in den Hintergrund?

Wie viel Strukturförderung Brandenburg nach 2013 bekommt, ist noch völlig offen. Ich bin das Grüne Mitglied in der besonderen Arbeitsgruppe des Europäischen Parlaments zur Zukunft der Strukturfonds nach 2013 und kann nur sagen, dass wir dazu noch ergebnisoffen verschiedene Szenarien diskutieren. Vieles hängt von der neuen finanziellen Vorausschau ab und der Bereitschaft der Mitgliedsstaaten in die gemeinsame EU-Kasse einzuzahlen. Brandenburg ist jedoch nicht mehr in der Gruppe der ärmsten Regionen Europa. Deshalb ist absehbar, dass es mit weniger Strukturfonds spätestens nach 2013 intelligenter fördern muss.

Anlässlich des diesjährigen Girls Day forderten Sie, mehr Frauen in wissenschaftliche und technische Berufe zu bringen. Wie kann das gelingen?

Dazu gibt es vier konkrete Handlungsfelder: Mädchen muss in der Schule ein neues Frauenbild vermittelt werden, zu dem die Frau an der Bohrmaschine und mit Lötkolben in der Hand gehört. Technische Fächer und praktischer Unterricht darin müssen fester Bestandteil der Allgemeinbildung sein. Junge Frauen dürfen beim Zugang zu technischen Ausbildungsberufen nicht mehr diskriminiert werden. Diese Diskriminierung ist aus meiner Sicht das Hauptproblem. In den Leitungsgremien technischer Unternehmen müssen die Frauen mindestens 40% der Posten besetzen, damit über Vorbildfunktion und Vernetzung junge Frauen nachgezogen werden.


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