zur Navigation springen

Mit alten Zeitungen Geld verdienen : Für ein Kilo Zeitungen gibt es 5 Cent

vom

Der erste Kunde kam gleich am Eröffnungstag. Christoph Lissel hatte einen Packen Zeitungen in den Kofferraum seines Autos verstaut und war nach Gresse-Vossberg gefahren.

svz.de von
erstellt am 15.Mär.2011 | 11:00 Uhr

Der erste Kunde kam gleich am Eröffnungstag. Christoph Lissel hatte einen Packen Zeitungen in den Kofferraum seines Autos verstaut und war nach Gresse-Vossberg gefahren. Denn der 28-Jährige wusste, dass Enrico Limbersky in der Nachbarschaft jetzt Altpapier ankauft. So lässt sich mit Zeitungen zusätzlich noch ein bisschen Geld verdienen, dachte sich Christoph Lissel. Als schließlich die Waage in dem blauen Container 19,5 Kilogramm anzeigte, staunte er schon ein wenig. Papier wiegt, meinte er und steckte zufrieden die 95 Cent ein, die er von Enrico Limbersky erhielt.

Der 40-jährige gelernte Landwirt reiht sich ein in eine scheinbar ständig wachsende Schar, die eine Praxis aus der DDR- Vergangenheit wieder neu beleben. Gemeint ist die Art, wie das Kombinat Sekundärrohstofferfassung (SERO) hierzulande Wertstoffe sammelte und der Wiederverwertung zuführte. Die sei, wie Enrico Limbersky meinte, alles andere als "marode" gewesen. Im Gegenteil: Die Erfassung erfolgte über ein kombiniertes System aus Annahmestellen, Wertstoffcontainern und mobilen Sammelstationen, welches in jüngster Zeit so langsam, aber sicher wieder entstehen würde. Beim Surfen im Internet entdeckte Enrico Limbersky mehr als 50 Ankaufstellen von Altpapier, Textilien, Altkleider, Pappe und Kartonagen. Er informierte sich in einem längeren Gespräch mit Frank Thomas aus Schwarzheide über die Modalitäten. Und nun ist seine Adresse die Nummer 18 in der alphabetisch geordneten Liste.

Aus der amtsfreien Stadt im Landkreis Oberspreewald-Lausitz im Süden des Landes Brandenburg erhielt er nicht nur das theoretische Wissen für seinen neuen Start in die berufliche Selbstständigkeit, sondern auch den blauen Container für die angekauften Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge, Schulhefte, Bücher sowie Prospekte. Ist der Container voll, das ist bei rund zehn Tonnen der Fall, wird er gegen einen leeren ausgetauscht.

Einen Tipp gab ihm Frank Thomas noch mit auf den Weg. Er empfahl ihm, die Ware ungebündelt anzunehmen. Es gebe "Experten", die wüssten, wie das Papier noch schwerer wird. Diese hätten keine Scheu, es ordentlich nass zu machen oder zusätzlich Gewichte in den Stapeln zu verstecken. Bei dem losen Annahmegut ließe sich von vornherein solchen unliebsamen Überraschungen vorbeugen.

Das hat sich Enrico Limbersky gemerkt. Anfangs wollte er lediglich immer donnerstags und freitags in der Zeit von 13 bis 17 Uhr geöffnet haben. Schnell merkte er, dass diese Zeit zu knapp bemessen ist. Der erste Tag war noch gar nicht zu Ende, da stand für ihn fest, dass er die Öffnungszeit erheblich erweitern wird. Seine Ankaufstelle ist nun montags bis freitags von 9 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 9 bis 15 Uhr oder nach telefonischer Absprache unter 038842/22188 für die Kunden da.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen