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Für den SSC ist noch nichts verloren

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erstellt am 07.Jan.2010 | 09:11 Uhr

Schwerin | "Wenn wir eine gute, normale Leistung gebracht hätten, dann hätten wir gegen Bukarest gewinnen können. Das ist keine Übermannschaft", war sich am Mittwochabend SSC-Teamleitungsmitglied Burkhard Wiebe sicher. Doch wie er weiter am Handy gegenüber unserer Redaktion berichtete, hatten die Volleyballerinnen des Schweriner SC bei der 1:3 (-23, 15, 16, -17)-Niederlage im Achtelfinal-Hinspiel im CEV-Pokal bei Dinamo Romprest Bukarest einen rabenschwarzen Tag erwischt und die "bislang schlechteste Saisonleistung" gezeigt. "Bis zum Ende des ersten Satzes lief alles normal. Die Mädels haben unsere Taktik umgesetzt. Was dann passiert ist, das müssen wir erst einmal in Ruhe herausfinden", war Trainer Edwin Benne gestern Nachmittag, als er unsere Redaktion beim Zwischenstopp vom Münchner Flughafen anrief selbst noch ratlos. Sein Team schaffte es nicht, einen 23:19-Vorsprung ins Ziel zu bringen. Danach waren die SSC-Damen "vollkommen von der Rolle, bis auf den dritten Satz. Einige Leistungsträgerinnen waren zu schwankend in ihrem Spiel". Einzig Mittelblockerin Patricia Thormann und Außenangreiferin Julia Retzlaff, die aber erst im Verlauf des Spiels eingewechselt wurde, präsentierten sich auf der Höhe. "Wir haben uns die Butter vom Brot nehmen lassen", so Benne, der den erfahrenen Rumäninnen eine gewisse Cleverness bescheinigte, die seinem Team am Mittwochabend fehlte.

Doch noch ist nicht aller Tage Abend. "Der Satzgewinn war sehr wichtig. Es ist noch nichts verloren", so Wiebe. Und damit hat er sicher nicht Unrecht. Denn gerade die schlechte Leistung vom Mittwoch gibt - so kurios es klingen mag - Hoffnung für das Rückspiel gegen Bukarest am nächsten Mittwoch um 19 Uhr in der Sport- und Kongresshalle. Wenn sich die Spielerinnen des deutschen Meisters auf ihr Leistungsvermögen besinnen, sollte es durchaus machbar sein, Bukarest zu schlagen. Und wenn dann noch die Zuschauer zahlreich den SSC unterstützen, kommt Bukarest vielleicht noch zusätzlich ins Wanken. Denn so eine Kulisse - der SSC hofft auf 3000 Fans - kennt Dinamo aus Bukarest nicht im entferntesten. Am Mittwochabend kamen mal gerade 150 Zuschauer. Das lag aber nicht am SSC. Schon in der ersten Runde gegen Zok Split wollten nur rund 100 Leute die Dinamo-Damen sehen.

Mit einem 3:0 stünde der SSC im Viertelfinale des CEV-Pokals. Aber auch schon ein 3:1 ließe noch alle Chancen fürs Weiterkommen offen. Denn dann würden nicht die kleinen Punkte, sondern der gleich anschließend gespielte "golden set" (wird wie der Tiebreak bis 15 Punkte gspielt) entscheiden. "Wir haben ja im Spiel in Bukarest gesehen, dass vieles möglich ist. Bloß wir haben es nicht umgesetzt", zeigt sich der niederländische Coach optimistisch für das Rückspiel.

Doch das ist erst am 13. Januar. Gestern Abend sollte der SSC dann über Berlin wieder in Schwerin eintreffen. Und die nächste Reise für den Bundesliga-Tabellenführer steht schon heute wieder an. "Das war nicht anders machbar. Morgens werden wir noch trainieren und dann losfahren", sagte Benne. Am Mittag bricht die Mannschaft auf eine lange Busfahrt in den Süden nach Sinsheim auf, wo morgen um 19.30 Uhr das Liga-Duell ansteht. Das dürfte für die Mecklenburgerinnen beim derzeitigen Tabellenzehnten kein Problem sein. Während der SSC im Europapokal gefordert war, zog sich der Bundesliga-Neuling diese Woche in ein Trainingslager zurück, um sich auf die kommenden Aufgaben einzuschwören. Da stand allerdings schon das übernächste Match gegen Aachen - ein direkter Konkurrent um den Klassenerhalt - im Fokus.

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