Festspiele Mecklenburg-Vorpommern : Für Augen und Ohren

Wieder ein Streicher: 'Preisträger in residence' der Festspiele MV  ist in der Saison 2011 der chinesische Cellist  Li-Wei Qin. Jan Northoff/Festspiele
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Wieder ein Streicher: "Preisträger in residence" der Festspiele MV ist in der Saison 2011 der chinesische Cellist Li-Wei Qin. Jan Northoff/Festspiele

Bloß nicht altbacken werden: Die Festspiele MV starten unter einem neuem Slogan „Unerhörtes entdecken“ in die Saison. Ein Fest für die Ohren und für die Augen wollen die Festspiele sein.

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11. November 2010, 11:46 Uhr

Blaskapelle, also Humtata. Ja, danach habe - unberechtigterweise - das alte Motto "Auf zur musikalischen Landpartie" der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern vor allem in den Ohren jüngerer Musik-Fans geklungen, sagt Intendant Matthias von Hülsen. Ein rundes Jahr lang habe man mit Experten beraten, nun ist der neue "Claim", wie Marketingexperten das nennen, fertig und auf das gestern vorgestellte 2011er-Programm gedruckt: "Unerhörtes entdecken!" Ein Fest für die Ohren wollen die Festspiele sein, natürlich, und auch für die Augen, wollen den harmonischen Zusammenklang von Musik, Landschaft und Spielstätten, von Künstlern und Konzertformen. "Dabei wollen wir bewusst auch mal provokant, mal frech sein", sagt Intendant von Hülsen. Nach der Ausnahme-Saison anlässlich des 20-jährigen Bestehens der zu einem der wichtigsten deutschen Klassik-Festivals herangewachsenen Festspiele sind für den Sommer 2011 rund 110 Konzerte angesetzt.

Rund um den chinesischen Cellisten Li-Wei Quin als neuen "Preisträger in residence" werden sich internationale Stargäste die Instrumente in die Hand geben. Erwartet werden neben anderen der Geiger Daniel Hope, der als permanenter "künstlerischer Partner" der Festspiele auch im Programm seine Handschrift hinterließ, die Geigen-Su perstars Hilary Hahn, Midori und Julia Fischer, der Dirigent Herbert Blomstedt, die Pianisten Bruno Leonardo Gelber und Sebastian Knauer. Der 24-jährige Residenzpreisträger Li-Wei Qin werde 2011 mehrere Konzerte geben und das Hangzhou Philharmonic Orchestra aus China mit nach Mecklenburg-Vorpommern bringen. "Natürlich werden wir auch wieder über den Tellerrand der Klassik gucken", betonte Nick Hellenbroich, leitender Dramaturg der festspiele MV. Noch sei weniger als die Hälfte aller Veranstaltungen im Detail ausgearbeitet, aber in der Reihe "Musik und Literatur" sei bereits klar, dass der Schauspieler Friedrich von Thun im Binzer Kurhaus-Saal auftreten werde, "und dabei auch selbst zum Saxophon greift". Nicht zu vergessen die große "James-Bond-Gala" in Fleesensee .

Daniel Hope werde, so Intendant Matthias von Hülsen, die Kooperationen mit den US-Institutionen Carnegie Hall und Lincoln Center weiter ausbauen, Li-Wei Qin stehe für eine Einbindung asiatischer Künstler, "so werden die Festspiele MV erstmals eine Brücke nach China schlagen und ein musikalischer Brückenpfeiler zwischen den USA und China sein."

Neben internationalen Stars treten bei den Festspielen auch zahlreiche Künstler aus Mecklenburg-Vorpommern auf, wie die Norddeutsche Philharmonie Rostock. Das Ballett Vorpommern wird in Ulrichshusen "Der Tod und das Mädchen" tanzen, begleitet vom Doric String Quartet.

Etwas mehr als die Hälfte der Konzertbesucher, in diesem Jahr waren es 72 000, kommt laut Matthias von Hülsen von außerhalb nach MV. Um die 3,9 Millionen Euro werde der Etat des Festivals wieder betragen, so der Intendant: "Und wieder werden mehr als die Hälfte davon privat finanziert sein."

Eröffnet werden die 22. Festspiele Mecklenburg-Vorpommern am 10. Juni in der Wismarer Georgenkirche mit dem NDR-Sinfonieorchester und Li-Wei Qin als Solisten. Die Festspiele 2011 enden am 11. September in der Neubrandenburger Konzertkirche mit dem Konzerthausorchester Berlin und erneut Li-Wei Qin.

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