Fünf Abfahrten je Woche sind mittelfristig das Ziel

Der Rostocker Seehafen nutzt seine Schienenanbindungen zunehmend mehr. Dank auch des privaten Eisenbahnoperateurs TX Logistik, der Rostock mit Verona verbindet und die durch ihn gefahrenen Gütermengen im vergangenen halben Jahr um ein Drittel steigern konnte.

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26. März 2008, 08:25 Uhr

Gegenwärtig rollen wöchentlich zwei bis drei Züge sowohl Richtung Norden und Süden. „Wir sind dabei, die Abfahrtsfrequenz zu stabilisieren“, erklärt Werner Nies, Geschäftsführer für den konventionellen Güterverkehr bei TX Logistik. Nachdem der Eisenbahnfährverkehr zwischen Lübeck und Malmö eingestellt wurde, nutzt die Privatbahn seit dem vergangenen Jahr den Hafen Rostock als Umschlagsknoten für ihren Zugverkehr zwischen Verona via Trelleborg. Und sei damit sehr gut gefahren, wie Werner Nies betont. Rostock habe eine gute Schienenanbindung, sei nicht so ein Nadelöhr wie Sassnitz und zudem auch voll elektrifiziert, begründet der Manager die Entscheidung für Rostock.

Mittelfristig werden von TX Logistik fünf Abfahrten je Richtung angesteuert. Um dies zu erreichen, soll der Kundenkreis weiter ausgebaut werden. Für den 3. April sind deshalb potenzielle Kunden zu einer Informationsveranstaltung in der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero) geladen. Die Resonanz auf die Einladungen, so Nies, sei vielversprechend.

Gegenwärtig ist für TX Logistik das schwedische Unternehmen NTR (Nordisk Transport Rail) der Hauptkunde auf der Nord-Süd-Achse. Partner im Fährverkehr ist Scandlines. TX Logistik ist praktisch die erste Privatbahn, die Scandlines-Fähren als ständiges Bindeglied zwischen Rostock und Trelleborg nutzt.

Bunte Elektro-Loks mit Ansichten einer Fähre und dem Logo der Hero sind den Zügen vorgespannt und werben auf dem Wege für den Rostocker Hafen. Die Züge, bestehend aus so genannten Schiebewand- und Flachwagen, sind etwa 540 Meter lang und (durch den Brennerpass begrenzt) bis 1560 Tonnen schwer, berichtet Claudio Fischer von der Pressnitztalbahn. Als Dienstleister steht das Unternehmen aus Sachsen im Rostocker Hafen TX Logistik zur Seite. „Wir bilden die Züge und lösen sie wieder auf. Unsere Dieselloks besorgen die Rangierarbeiten, fahren die Waggons von und zum Fähr- beziehungsweise Ro/Ro-Terminal“, so Fischer. Am frühen Morgen um 2 Uhr fahren die Züge in Rostock los und sind um 24 Uhr in Italien. Damit, so Insider, sind sie schneller als die Shuttle-Züge im kombinierten Verkehr.

Zu den beförderten Produkten zählen so genannte Weißware wie Haushaltsgeräte, aber auch Möbel, Zellulose, Papier, Holz und Stahlprofile sowie umgekehrt als Klassiker zum Beispiel Wein für Skandinavien. Entsprechend behandelt, werden auch Gefahrgüter befördert.

Scandlines-Frachtchef Michael Berger sieht die bisherige Entwicklung und die Planungen von TX Logistik mit großem Interesse – auch für die Perspektiven des KLV-Verkehrs. Hier habe Rostock immer noch nicht das aus logistischen Gründen mögliche Niveau erreicht. Berger: „Wir sind mit TX über den Ausbau der Verkehre und den Möglichkeiten für eine langfristige strategische Zusammenarbeit im ständigen Kontakt.“

TX Logistik trug neben den anderen Bahnbetreibern dazu bei, dass im vergangenen Jahr die Anzahl der beförderten Eisenbahnwaggons im Hafen stabilisiert und ausgebaut werden konnte, so Hero-Geschäftsführer Ulrich Bauermeister. Auf der Relation Rostock-Trelleborg wuchs die Anzahl der beförderten Einzelwagen im Vergleich zu 2006 von 16 438 auf 23 174. Nach vorsichtigen Schätzungen beläuft sich der Bahnanteil am Gesamtumschlag des Hafens auf mehr als ein Fünftel.

Auf der Schiene rollen neben den Shuttlezügen im KLV-Verkehr und konventionellen Güterzügen für das Fähr- und Ro/Ro-Terminal zum Beispiel Zement, Gipsplatten, Ölprodukte, Metalle, Papier und Düngemittel an. Und umgekehrt werden aus Schiffsfrachten wieder Güterbahntransporte.

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