Frühjahrsputz: Rehnas 2. Bürgermeister Oldenburg sauer wegen geringer Beteiligung

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06. April 2008, 07:14 Uhr

Rehna - „Ich habe eine Pfandflasche gefunden“, sagt der kleine Lukas Küchler und strahlt. Der Zwölfjährige und seine sieben Kameraden der Jugendfeuerwehr haben sich leuchtend-rote Regenmäntel angezogen und ziehen die Schweriner Straße stadteinwärts. Alle paar Meter bücken sie sich, heben mit viel zu großen Gartenhandschuhen Bonbonpapiere und Zigarettenschachteln auf, werfen sie in Müllsäcke.

Nur die kleine Pfandflasche steckt in Lukas’ Manteltasche. „Mann, da wirst Du ja heute noch reich“, flachst Jugendwart Peter Zahren, der seine jungen Schützlinge begleitet. Die Stimmung ist gut, trotz grauen Himmels. „Zum Glück nieselt es nur“, sagt Zahren. Gemacht werden müsse die Arbeit ja ohnehin, egal bei welchem Wetter.

„Beteiligung geringer“
Derart kompromisslose Position bezogen nicht einmal ein Fünftel der Vereine. Eine Quote, die Hans-Jochen Oldenburg bei der anschließenden Erbsensuppe mit Bockwurst bei der Feuerwehr deutliche Worte sprechen ließ: „Es kann nicht sein, dass die Vereine immer nur Anforderungen an die Stadt stellen, aber nichts zurückgeben.“ Die Beteiligung sei in den letzten Jahren immer geringer geworden, „die Vereine müssten sich an diesem Tag viel mehr einbringen“, fordert Oldenburg.

Eine handvoll Vereine sind es an diesem Sonnabend, die Straßen und Wälder in Rehna und Umgebung nach Müll durchkämmen. Als leuchtendes Beispiel erscheint deshalb einmal wieder der Hegering Rehna, der die Aktion mit ins Leben gerufen hatte. „Die Jäger haben sich gut behauptet“, lobt Hans-Jochen Oldenburg.

Fünf Auto-Hänger Müll
Die Gelobten sind mit 30 Vertretern zur Feuerwehr gekommen und haben sich Suppe und Wurst redlich verdient. Mit fünf vollgepackten Pkw-Hängern sind einige der Jäger auf dem Bauhof vorgefahren und haben verrostete Eimer, Stacheldraht und alte Ascheeimer in Container geladen. Von dem Jahrzehnte alten Unrat befreit hatten sie vorher eine Othensdorfer Kuhle. Die ringsum stehenden Weiden bekamen einen Frühjahrsschnitt und Gesellschaft: Die Jäger pflanzten gleich noch einige Jungbäume hinzu.

Jagdpächter Rüdiger Langhans: „Ich hoffe, dass die Kuhle nun in einigen Jahren zu einem Biotop wird.“
In Einem sind sich alle Helfer, ob in Meetzen, Vitense oder Brützkow einig: Die Müllmenge ist geringer geworden. Hauptgrund: „Das Problem mit den Dosen ist zum Glück vorbei“, spielt Hegering-Vorsitzender Uwe Tews auf die Dosenpfand-Einführung an.

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