Frühe Neugier sichert Traumberuf

Jugendlichen die wichtigste Entscheidung des Lebens, die Berufswahl, erleichtern und Ausbildungsbetrieben die frühe Kontaktaufnahme mit Bewerbern erleichtern – das ist das Ziel des Lehrstellentages unserer Zeitung und der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin. Am Sonnabend fand die Veranstaltung zum elften Mal statt – tausende Jugendliche, ihre Eltern und 95 Firmen nutzten das Forum. Denn auch wenn sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt etwas entspannt hat: Seine Chance ergreifen kann nur, wer seine Chancen kennt.

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12. Oktober 2008, 05:09 Uhr

Schwerin - Danilo Heide hat sich noch nicht entschieden. „Technischer Bereich oder Bankenwesen“, nennt der junge Mann als die Branchen, in denen er seine berufliche Zukunft sieht. Er hat schon Praktikumsbewerbungen verschickt – und erkundigt sich auf dem Lehrstellentag unserer Zeitung am Stand des Energieversorgers Wemag im Foyer des Verlagshauses auf dem Großen Dreesch gleich, ob seine Bewerbung gut angekommen ist. „Es ist doch eine große Hilöfe, wenn man persönlich mit den Leuten sprechen kann“, sagt Danilo. Er ist höflich, interessiert, neugierig sogar – das kommt an. Dabei ist der fast 1,90 Meter große junge Mann gerade mal 14 Jahre alt.

Sogar 14-Jährige bewerben sich um PraktikumZu jung? Von wegen, sagt Frank Dumontie von der Wemag, der gemeinsam mit Azubis am Stand des Energieversorgers die Jugendlichen berät. „Viele Bewerber kommen zu spät und dann auch noch mit falschen Vorstellungen“, sagt der Experte. Ein Praktikum sei der richtige Weg, zu erfajhren, ob der Traumberuf passt. „Wenn man dann merkt, dass ein Champion an der Playstation noch keinen guten Fachinformatiker-Azubi macht, hat sich das Praktikum auch gelohnt – für beide Seiten“, so Dumontie.

Umfassende Informationen für LebensentscheidungWie Danilo Heide waren am Sonnabend mehrere Tausend Jugendliche mit oder ohne ihre Eltern zum Lehrstellentag der SVZ und der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin gekommen. „Der Zeitungsverlag Schwerin mit seinen Titeln Schweriner Volkszeitung, Norddeutsche Neueste Nachrichten und Der Prignitzer engagiert sich seit Jahren für junge Leute in der Region“, betonte Verlagschef Bernd Bleitzhofer. Der Lehrstellentag solle Jugendlichen helfen, die so wichtige Berufsentscheidung treffen zu können. Bleitzhofer: „Wichtig ist doch, zu wissen: In welchem Beruf habe ich nach der Ausbildung die besten Chancen?“

Ohne umfassende Informationen lässt sich so eine Entscheidung nicht treffen. 70 Firmen und Betriebe informierten an ihren Ständen über 95 Ausbildungsberufe – vom Anlagenmechaniker bis zum Zahntechniker. Meist waren es die Azubis höherer Lehrjahre, die ihren potenziellen Kollegen Rede und Antwort standen. Wer wollte, konnte gleich seine Bewerbungsunterlagen an den Info-Ständen abgeben. Stephanie Grau aus Lissow war dabei die Schnellste: Noch bevor die Ausbildungsmesse offiziell startete, lieferte sie ihre Bewerbungsunterlagen am Sparkassen-Stand ab. Nicht bei irgendwem, sondern bei Diedrich Baxmann höchstselbst. „So wünschen wir uns das“, sagte der Chef der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin.

Zuvor hatte Baxmann in seiner Eröffnungsrede betont, Firmen müssten schon aus Eigeninteresse in die Ausbildung des Berufsnachwuchses investieren: „Fachkräfte fallen nicht vom Himmel.“
Deshalb sei es für die Sparkasse selbstverständlich, den Lehrstellentag der SVZ zu unterstützen und Jugendlichen in „der spannendsten Phase des Lebens“ möglichst umfassend zu informieren. Baxmann zitierte den Philiosphen Diogenes: „Grundlage eines Staates ist die Ausbildung seiner Jugend.“

Bei den Jugendlichen und auch ihren Eltern kamen die Angebote der Firmen, deren Infostände sich vom Foyer bis ins Druckzentrum des Zeitungsverlages Schwerin zogen, gut an. „Sehr gut und umfangreich“, sei die Veranstaltung, lobte Silke Rex, die mit ihrer Tochter Svenja und deren Freundin Cindy erstmal in die Sonderbeilage der SVZ guckte, um herauszufinden, welche Firma wo zu finden war. „So eine tolle Veranstaltung wünscht man sich eigentlich öfter als nur einmal im Jahr“, so Silke Rex.

Auch der 14-jährige Danilo Heide zog eine rundum positive Bilanz seiner Gespräche: „Es hilft einem einfach schon viel weiter, wenn man persönlich mit den Fachleuten aus den Betrieben in Kontakt kommt und dann weiß, wer sich hinter einer Telefonnummer verbirgt.“

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