Frischekur für die Märkte - Mehr Ordnung am Rathaus, Neuer „Handelsplatz“ in Dierkow

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25. August 2008, 06:56 Uhr

Rostock - Vor acht Jahren hat Susanne Küster (27) den Blumenhandel auf dem Ulmenmarkt von ihren Eltern übernommen. Mittlerweile veränderte sich vieles: Der einst so große Wochenmarkt verdient heute den Namen nicht mehr. Zwei Händler von ehemals mehr als 20 sind geblieben. Aber Susanne Küster will hier nicht weg. „Mein sehnlichster Wunsch ist, hier weiter Handel zu treiben“, sagt sie und hofft auf eine Wiederbelebung.

Versprechen will das Jörg Vogt vom zuständigen Großmarkt Rostock nicht. In den Plänen spielt der Traditionsmarkt gleichwohl eine wichtige Rolle. „Wir werden ihn nicht aufgeben und versuchen, zumindest am Freitag für mehr Betrieb und Flair zu sorgen“, kündigt der Geschäftsführer an. Eine schwere Aufgabe, zumal sich immer weniger Händler auf einen weiteren Marktstand einlassen. Die Discounter und Supermärkte, die in Rostock wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, lassen grüßen.

„Ständeordnung“ auf dem Neuen Markt
Nägel mit Köpfen sind bereits an anderer Stelle gemacht. Der für seine Unordnung kritisierte Neue Markt vor dem Rathaus hat seit gestern eine neue „Ständeordnung“. Die Karrees, die löchrig und unübersichtlich waren, gehören der Vergangenheit an. Jetzt sind die Anbieter in zwei Doppelreihen aufgestellt.

Der Clou: Fehlen Händler, dann rücken ihre Nachbarn automatisch in der Reihe auf. Das führe zu einem deutlich geschlosseneren Eindruck, begründet Vogt den Schritt, für den besonders viel Überzeugungsarbeit bei den Händlern geleistet werden musste.

Ganz im Sinne der Markttreibenden dürften die Pläne auf dem Doberaner Platz sein. Erst in diesem Jahr mit einem Handelstag am Donnerstag gestartet, hat sich der Markt zu einem der erfolgreichsten in der Stadt gemausert.

Nun soll auch am Montag verkauft werden – allerdings keine Bioprodukte aus Rücksicht auf die ansässigen Anbieter im Viertel. Die Entscheidung ist in dieser Sache allerdings noch nicht gefallen. „Wir schauen uns das Konzept sehr genau an“, kündigt Anette Niemeyer vom Ortsbeirat KTV an. Die Stadtteilvertreter fürchten schädliche Konkurrenz, unter anderem für die Händler auf dem Margaretenplatz und auf dem Ulmenmarkt. „Ganz andere Kundschaft“, beschwichtigt Vogt. Auf dem Doberaner Platz würden vor allem Umsteiger einkaufen, weniger Anwohner aus dem Quartier.

Treffpunkt auf dem Hannes-Meyer-Platz
Ein festes Datum gibt es für den neuen Markt in Dierkow. Der erste in dem Stadtteil, der zweite im Nordosten und der 14. in Rostock. Am 24. September soll auf dem Hannes-Meyer-Platz erster Markttag gefeiert werden. Jeweils Mittwoch von 8 bis 18 Uhr werden zunächst 13 Händler Obst und Gemüse, Backwaren, Wurst und Fleisch feil bieten. Der Platz habe sich zu einem Treffpunkt für die Leute im Viertel entwickelt, hofft Vogt auf gute Geschäfte.

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