Friedhöfe erhöhen massiv Gebühren: Urnengrab plus 27 Prozent, Beisetzung plus 37 Prozent, Kostenexplosion für Kolumbarium

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23. Oktober 2008, 08:06 Uhr

Rostock - Die Hansestadt Rostock plant zum Jahresende eine Erhöhung der Friedhofsgebühren. Demnach werden vor allem Urnenbestattungen teilweise um mehrere zehn Prozent teurer, während die klassischen Erdgrabstätten etwas kostengünstiger werden.

Wenn das Kolumbarium am 28. November feierlich eröffnet wird, dann ist der Neue Friedhof um eine Besonderheit reicher – ein Urnenhaus in Form einer schwarzen Pyramide. Doch die nächste Überraschung folgt auf dem Fuße. Denn schon vor Eröffnung des Kolumbariums erhöht die Stadt den Preis für die 130 Urnenplätze.

Vor Baubeginn waren noch 2900 Euro kalkuliert, während dessen ist die Gebühr auf 3500 Euro hochgeschnellt, in der neuen Friedhofsgebührensatzung, über die die Bürgerschaft am 19. November befindet, sind 4140 Euro vorgesehen. Ein satter Gebührenanstieg von 42 Prozent. Damit wird das Kolumbarium zu einer echten Luxus-Begräbnisstätte.

Doch damit nicht genug. „Wegen der allgemeinen Preissteigerung der letzten Jahre und den steigenden Aufwendungen für die Gemeinschaftsanlagen müssen wir die Gebühren anpassen“, umschreibt Friedhofsleiter Claus Lang, was im Klartexte bedeutet: Die Preise steigen in fast allen Bereichen.

Rostock schneidet im Städtevergleich gut ab
Vor allem Urnenbestattungen werden auf den drei Rostocker Friedhöfen zum Jahreswechsel kostspieliger, der Platz als auch die Beisetzung. Demnach erhöht sich der Preis für eine Stelle auf der Urnengemeinschaftsanlage mit Namensstele um 27 Prozent auf nunmehr 1045 Euro für 20 Jahre. Etwas kostengünstiger ist eine eigene Grabstätte mit bis zu acht Urnen. Sie liegt in Rostock bei 960 Euro und ist im Vergleich zu 2006, als die Gebühren zuletzt angehoben wurden, um 20 Prozent gestiegen.

Wer eine klassische Bestattung vorzieht, kann etwas Geld sparen. Eine Erdgrabstätte kostet demnächst 940 Euro, 65 Euro weniger als derzeit. Allerdings kompensiert dies nicht die Mehrkosten für die Beisetzung. Die steigen um 37 Prozent oder 150 Euro auf dann 560 Euro.

Trotz der geplanten Gebührenerhöhungen würden Rostocks Friedhöfe im Städtevergleich gut abschneiden, betont Lang. Ein Blick nach Schwerin bestätigt dies. In der Landeshauptstadt sind sowohl Erdgräber als auch Urnengrabstätten teurer, in Lübeck sind es gar einige Hundert Euro mehr.

Mit der Erhöhung der Friedhofsgebühren steht Rostock nicht alleine da. Entsprechende Pläne gibt es unter anderem in Greifswald, wo ebenfalls höhere Kosten für Strom und Gas sowie Personal- und Sachkosten zu Buche schlagen.

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